Section: Festivals 40472Autor: Bolle
Datum: 01.06.2018
Bereich: Festivals



































Rock Hard Festival 2018 - Teil I

Rock Hard Festival 2018 - Tag eins - Freitag

Sodom, Tiamat, Diamond Head, Dool, Attic und Dawn of Disease

Salute!

 

 

Pfingsten. Für die einen das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes. Für die anderen das Fest zur Entsendung der Bands mit den Gitarren an den Rhein-Herne-Kanal. Im Amphitheater zu Gelsenkirchen wurden wieder ca. 7000 Liebhaber der eher radiountauglichen Gitarrenmusik erwartet. Und sie kamen. Bei bestem Festival-Wetter (trocken und nicht zu warm) waren die Bierbuden von Beginn an gut besucht, das Rund des Amphitheaters füllte sich langsam.

 

Um  15:00 Uhr war es dann so weit und mit der Osnabrücker Death-Metal Band DAWN OF DISEASE eröffnete wie gewohnt eine Combo aus einem der härteren Metal-Genres das Wochenende. Der 2003 gegründete Fünfer gibt ordentlich Gas und die Leute vor der Bühne stehen nicht nur da weil es da Schatten gibt. Bandgründer und Sänger Tomasz und seine Mannen spielen ihr 40-minütiges Set in schlichten schwarzen Longsleeves mit viel Enthusiasmus und werden vom Publikum hernach mit gebührendem Applaus verabschiedet.

 

Weiter geht es mit den Lokalmatadoren von ATTIC. Die Gelsenkirchener werden seit Ihrem Demo von 2012 von der Szene zurecht gefeiert und haben mit Ihrem aktuellen Album „Sanctimonious“ nach Aussage von Boris Kaiser / Rock Hard, „das beste King Diamond Album seit „The Eye“" hingelegt. Wohl auch deshalb wird der Raum vor der Bühne enger. Einige Zuschauer „beschweren“ sich, dass Attic wieder einen so frühen (und kurzen) Slot im Hellen bekommen haben, der nur sieben Songs ermöglicht. Bei diesen aber (u. a. ‚Sanctimonious‘, ‚Dark Hosanna‘ und ‚Funeral In The Woods‘) stimmt alles. Der Falsett Gesang von Meister Cagliostro passt zu Maskerade und Bühnenbild wie die Faust aufs Auge. Und auch seine Mitstreiter Katte, Rob, Chris und JP liefern an ihren Instrumenten einen astreinen Job ab. Schnell 'n Bier schnappen und schon steht die nächste Band auf der Bühne am Wasser.

 

DOOL aus den Niederlanden, gegründet 2015, sind der heiße Scheiß im Bereich Prog-Rock / Doom-Metal. Das zeigt u. a. auch die Tatsache, das die Combo in diesem Jahr für viele weitere Festivals wie das Fortarock, With Full Force, Graspop und Wacken Open Air gebucht sind. Angeführt von Frontfrau Ryanne Van Dorst, die eine der Gitarren sowie das Mikro verantwortet, kommen die fünf auf die Bretter. Mit ‚The Alpha' von ihrem Debüt „Here Now, There Then“ starten sie Ihren Gig der sechs Tracks umfasst und damit dreiviertel aller bisher veröffentlichten Songs. Das Auditorium geht in dem für diese doch eher getragen daherkommende Darbietung (nicht böse gemeint!) entsprechend mit. Circlepit gibt es hier nicht, doch dafür ist ja später am Tag noch Zeit. 

 

Um 18:15 entern DIAMOND HEAD die Bühne. Brian Tatler, einzig verbliebenes Gründungsmitglied der seit 1976 bestehenden Band, an der Gitarre zockt mit ungeheurer Spielfreude und nimmt seine Jungs in diesem Bezug mehr als gut mit. Alle wirken als wenn sie wirklich Spaß hätten und die Riffs der u. a. durch die Cover von Metallica berühmt gewordenen Songs ‚Helpless‘, ‚It’s Electric‘ und dem den Auftritt hervorragend beendenden ‚Am I Evil?‘ kennt jeder. Das Amphitheater kocht zum ersten Mal an diesem Wochenende richtig und für mich hätten Diamond Head gerne noch etwas länger spielen dürfen. Mein erstes Hochlicht am Freitag.

 

Nach der obligatorischen Umbaupause treten als vorletzte Band des Tages TIAMAT vor das Publikum. Die schwedischen Gothic-Metaller um Sänger und Gitarrist Johan Edlund, der allerdings heuer keine Gitarre dabei hat, spielen ein spezielles Set mit Schwerpunkt auf den Alben „Clouds“ und „Wildhoney“ von 1992 und 1994. Ähnlich wie zuvor bei ATTIC wäre es hier für die Atmosphäre  besser gewesen, wäre es bereits dunkler gewesen. Aber sei’s drum. Die Fans vor der Bühne scheint es nicht besonders zu stören und so feiern sie die Schweden mit ihren düsteren, sphärischen Klängen eher zurückhaltend. Es ist halt nicht gerade Party-Mucke, was die Herren Edlund und Co. darbieten.

 

Für den Abschluss von Tag eins hat das RHF Team wieder Lokalmatadore auf der Pfanne. Mit den wie ATTIC aus Gelsenkirchen stammenden SODOM gibt es einen mit Spannung erwarteten Gig im neuen Line-Up. Nach Tom Angelrippers durchaus überraschender Trennung von Makka und Bernemann Anfang des Jahres, die SODOM an Schlagzeug und Gitarre seit 2010 bzw. im Falle Bernemann sogar seit 1998 komplettiert hatten, stehen die Ruhrpott-Thrasher hier zum ersten Mal wieder auf der Bühne. Und im Gegensatz zu vorher jetzt als Quartett. Einer der drei Neuen ist ein alter Bekannter. Gitarrist Frank „Blackfire“ Gosdzik hat bereits von 1987-1990 für SODOM in die Saiten gegriffen. Die ersten drei Songs ‚My Atonement‘, ‚The Conqueror‘ und ‚Sodomy And Lust‘ werden im Stile eines Medleys in einem durchgezockt ohne Gefangene zu machen. Tom wirkt frisch und hat offensichtlich Bock, gleiches gilt für ‚Blackfire‘, ‚Husky‘ (Stefan Hüskens, Schlagzeug) und Yorck Segatz an der zweiten Klampfe. Und auch bei den weiteren Songs des eineinhalbstündigen Sets wie z. B. ‚Outbreak Of Evil‘, ‚The Saw Is The Law‘ oder ‚Agent Orange‘ springt der Funke auch vor die Bühne. Crowdsurfing, Circlepit, Metallerherz was willst Du mehr. Nach 90 Minuten und einer Zugabe inklusive ‚Ausgebombt‘ und ‚Bombenhagel‘ verlassen SODOM die Bühne und die Fans das Amphitheater. 

 

Der erste Tag des diesjährigen RHF ist vorbei. Weiter geht es hier in Kürze mit Tag zwei. Stay tuned. 

 

 

Running Order Tag 1

 

15:00 – 15:40 Dawn Of Disease

16:00 – 16:40 Attic

17:05 – 17:50 Dool

18:15 – 19:15 Diamond Head

19:45 – 21:00 Tiamat

21:30 – 23:00 Sodom

 



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