Section: Reviews 40362Autor: Diggi
Datum: 15.05.2018
Bereich: Reviews

2018 hat ein Progressive Metal Hochlicht sicher!

Liquid Anatomy

ALKALOID

HORNELLA!

....sondern manövriert euren Schreiber hier auch in eine unmögliche Situation, denn vor kurzer Zeit habe ich die Vinyl Veröffentlichung des Debüts, "The Malkuth Grimoire" mit der Höchstpunktzahl geadelt, nun stehen die Herren Grossmann, Morean, Muenzner und Kollegen mit einem Album vor der Tür das wahrscheinlich den Titel des Jahres - weil zu 110% die Musik reflektierend - und mit Sicherheit auch das Genre Progressive Death Metal wieder weiter dehnen und beugen wird. ALKALOID haben mit "Liquid Anatomy", das kann ich voweg nehmen, viele kleine "Tooleske" Momente erschaffen, z.B. beim Gänsehaut Beginn von 'Kernel Panic' oder bei 'In Turmoil Swirling Reaches'...und da geht alles eine Symbiose ein, alles fließt, die Ausnahmekönner an den Instrumenten lassen den Hörer in das Zentrum des Sturms blicken, Hannes Grossmann lässt wieder neue Tentakel Rhyhtmen auf die Synapsen los, die Gitarristen Muenzner und Tunker verweisen hier gleich eine ganze Klasse von Gitarrenschüler im High End Bereich des extremen Prog Metal in ihre Schranken und das schöne daran: Trotzdem schaffen ALKALOID es einen fast fiebrig eingängigen Death Metal Monolithen wie 'Azagthoth' zu kreieren. Man ist fassungslos.

Sprachlos macht die teilweise androgyn-entmenschlichte Gesangsperformance von Dark Fortress und Noneuclid Sänger Morean. Man hängt förmlich an jeder Zeile, will nicht verpassen in welche atonalen Schluchten der Herr mit dem Hörer rast, welche schamanistisch anmutende Kehlkopfgesangs Abfahrten hinter dem nächsten Break warten. 

Das Titelstück beginnt aufgeräumt mit Akustikgitarre, kulminiert dann in einen erhabenen Midtempostampfer, eine Band wie ALKALOID vertont hier fast so etwas wie eine Halbballade und selbst das funktioniert auf diesem Überalbum. 'Interstellar Boredom' ist ein einschüchtender Trip in die schwärzesten Winkel der Galaxie und baut sich auf wie ein Sonnensturm, bedrohlich, aber auch fragil, wegen der herrlichen Chöre.Mit 'Chaos Theory And Practice' tauchen ALKALOID wieder ein wenig ab in Richtung versunkene Schätze des Prog Death Metal. Funkenflug an den Instrumenten.Linus Klausenitzer brilliert am fretless Bass, hält den Wahnsinn unten Rum zusammen. Dem Epos 'Funeral For A Continent' vom Debüt wird nun in Form von 'Rise Of The Cephalopods' ein 19 Minüter an die Seite gestellt, welcher wohl nie in Gänze erfasst werden kann, geschweige denn von so einem überheblichen Aushilfsjournalist wie mir bewertet werden kann. 

"Liquid Anatomy" ist genau so lebender Organismus wie es "Lateralus" von Tool ist, dieses Album stellt die Weichen neu, was "Thinking Men- Metal" angeht. 

ALKALOID legen mit diesem Geniestreich Zeugnis darüber ab, das man extreme Musik doch noch erneuern kann, die Grenzen verschieben kann. Folgerichtig vergebe ich zum ersten Mal

11 Points.

Erscheint am 18.05.2018 vie Season Of Mist.  



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