Section: Reviews 40288Autor: Diggi
Datum: 07.05.2018
Bereich: Reviews

Der Kondolenzgruß kommt aus Boston....

A Funeral For The World

SANHEDRIN

HORNELLA!

Brooklyn hat eine neue Attraktion, was naturbelassenen,  Proto Metal, Hard Rock angeht. Die Kapelle rekrutiert sich aus Black Anvil Mitgliedern und der ehemaligen Amber Asylum bzw. Lost Goat Bassistin/Sängerin Erica Stoltz. Genau die Dame ist der neuralgische Punkt von SANHEDRIN. Wer  hier jetzt Feuilleton Ritual Metal vermutet, aufgrund des Bandnamens, der lange Zeit die höchste jüdische religiöse sowie auch politische Instanz war, liegt zumindest zu großen Teilen falsch.

Aber kommen wir zur Achillesferse der Band zurück, denn so schließt sich auch der Kreis zum Zeitgeist Phänomen Occult Heavy Rock usw.:  ‚Riding On The Dawn‘ klingt wie ein Rainbow oder Dio Song, der schon immer für eine Dame am Mikro geschrieben wurde. Es klingt komisch, es wirkt auch befremdlich aber es funktioniert! Dazu ein sehr basisches Soundgerüst, das viel eher klassischer Hard Rock als Metal ist…. Ja, das passt, reicht aber meiner Meinung noch nicht für die Jubelstürme im Blätterwald aus, den SANHEDRIN verursacht haben.  Dio hat auch eine Black Sabbath Vergangenheit? Klar, das Titelstück suggeriert es nicht, es stößt uns förmlich mit donnerndem Doom Drumming unbeirrt im Takt des Iommi Kosmos vor den Schädel. Für einen Black Sabbath Verrückten wie euren Rezensenten weiterhin nicht das schlimmste…

Aber hier, so langsam….beim Ausphrasieren der mächtig klingenden Vocals kommt das erste Mal dieses unwirkliche Deja-Vü…. So klingt nur Farida….Hmm…Mit ‚Demoness‘ sind diese surrealen Momente durch einen energischen Uptempo Banger wie weggeblasen. Wieder klingt hier vieles nach sehr alten Dio Großtaten…..Als aktueller Vergleich zu SANHEDRIN fallen mir im Moment nur die herrlich kratzbürstigen Christian Mistress ein und die sträflich unterbewerteten Castle…

Einen echten Gänsehaut Blockbuster kredenzt das Trio mit dem 7 Minüter ‚Collateral Damage, der wiederum wie ein Hybrid aus Avatarium, Candlemass und Castle tönt. Sehr starkes Stück, besonders aufgrund des sehr gelungenen „Storytelling“ in Sachen Dramatik. Die Musiker sind definitiv mit den richtigen musikalischen Helden groß geworden. Noch erhabener und fast schon sakral mutet das stimmig betitelte ‚No Religion‘ an und hier finden sich dann tatsächlich wieder Farida und The Devils Blood Momente, eher im Subtext, völlig aus dem Off zu uns blickend, aber wie gesagt, die Intonation von Erica weckt tatsächlich hin und wieder  totgeglaubte Gefühle… Ein tosender Stampfer wie ‚Massive Deceiver‘ zitiert dann wieder den größten unter den kleinen Sängern. Besonders was das Riffing angeht , könnte man das Stück auch in die „Strange Highways“ Phase des Großmeisters einsortieren. Muss man aber nicht zwingend, den aufgrund eines hart pumpenden Refrains, ist der Titel ein spätes Hochlicht auf dem Album. ‚Die Trying‘ ist dann zum Abschluss noch einmal große Geste und Pathos. Wenn echter harter Rock, dann bitte auch so. Was hier ein wenig unscheinbar begann, wandelte sich in ein sehr starkes Heavy Rock Album. Ob SANHEDRIN aber den vielen Vorschusslorbeeren gerecht werden,  das müssen die nächsten Alben zeigen!

7 Points. Erschienen über Cruz Del Sur Music.



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