Section: Reviews 40275Autor: Diggi
Datum: 04.05.2018
Bereich: Reviews

Spellbound und Mystic Prophecy Musiker präsentieren ihre garstige Seite....

Anthems of a Dying Breed

MISSION IN BLACK

HORNELLA!

Bereits seit 2010 werkeln die beteiligten Musiker an modernen Riffs und intelligentem Melody Songwriting. Nun steht das Debüt zur Diskussion und ich freute mich wirklich auf die digitale Bemusterung, denn als Sängerin konnte der erfahrene Drummer Andy "Black" Flache und seine Mannschaft Becky Gaber verpflichten, die ganz besonders mit ihrer alten Band My Inner Burning zwei sträflich unterbewertete Modern Metal Alben einsang. Auch mit der Melodic Metal Band Exotoxis konnte die Powerfrau begeistern. Danach widmete Sie sich diversen anderen musikalischen Betätigungsfeldern, nun also die Rückkehr zum knackigen Modern Metal.

Dazu muss man aber als normal Sterblicher auch nachvollziehen können, das es einige wohl ältere Bandpics auf der FB Seite von MISSION IN BLACK gibt, die glänzlich ohne Sängerin auskommen, dann ein Video zum Stück 'Welcome The Apocalypse' mit einer Sängerin, wobei es sich hier allerdings nicht um Becky handelt und es wohl auch Live Gigs mit der Kollegin gegeben hat. Alles nicht so ganz einfach. Geographische und terminliche Gründe sollen hier ausschlaggebend sein. 

'Welcome To The Apocalypse' föhnt dann auich direkt alles unter die Grasnarbe, die "dicke Hose" Produktion von Veteran Andy Classen kann sicherlich einiges und erinnert an eine aktuelle Interpretation von Alben wie "Persistence Of Time" von Anthrax. Sprich: Die Riffs sind der Star, die Drums klingen humorlos trocken, aber mächtig! Woran man sich allerdings ziemlich lange gewöhnen muss, ist das Becky hier fast durchgehend einen modernen Keifgesang etabliert, unterstützt sich selbst mit ihrer bekannten, kräftigen klaren Singstimme......Aber irgendwie ist man der Meinung das das ohne die partiell angestrengt klingenden Growls viel besser und flüssiger geklungen hätte. 'Cold Wings Of Vengeance' macht das mehr als deutlich: Der stampfende Midtempo Banger geht gewaltig in Richtung Live Fackel, der Klargesang im Refrain, der eigentlich nur eine Wiederholung des Titels ist, macht aber dermaßen Eindruck - eingebettet in wirklich gierige Riffs - das der "Extreme Metal Gesang" drumherum eher drüber wirkt.

"Anthems Of A Dying Breed" ist - bitte nicht falsch verstehen - nicht nur ein erstklassig produziertes Album - sondern auch musikalisch unheimlich stark! 

'World On Fire' erinnert gar an die ehemalige Wirkungsstätte von Becky Gaber, aber auch hier duelliert Sie sich mit dezent in den Vordergrund gemischten Keifgesang und den klar gesungenen,  wirklich tollen Hooks und Refrains.... Auch die Bandhymne 'Mission In Black' geht schwer nach Vorne und besticht mit einem lässigen Groove und einer angemessenen Zeitgteist-Härte. Die Bridge, der Refrain, eine der besten Leistungen auf der Scheibe, wenn da... ja ihr könnt es euch schon denken; der leider austauschbar wirkende Growl Gesang wäre....

'Oceans Of Blood' gefällt mir besonders aufgrund der offen kommunizierten Nähe zur Sea Shepherd Organisation, aber auch weil es hier die Band schafft einen sehr abwechslungsreichen Song, mit ganz eigener Dramatik und verschiedenen Stimmungen zu erschaffen - und das alles mit dem wirklich starken Klargesang von Becky. Vielleicht ist das ein Weg, der zukünftig beschritten werden sollte? 

MISSION IN BLACK sind erfahrene und versierte Musiker, machen sich aber diesen Vorteil aufgrund der über weite Strecken selbst erwählten Stilistik zum Fallstrick. Wer Stücke wie das schnelle und variable 'Godless' komponieren kann, der versteht sein Handwerk. Auf der anderen Seite hätten es bei diesem Debüt 1-2 Songs weniger auch getan und das Hadern eures Rezensenten mit dem omnipräsenten Wechselgesang macht die Sache dann final zu einer echt schwierigen Kiste....

7 Points. Erscheint am 04.05.2018 via El Puerto Records.  



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de