Section: Interviews 40016Autor: Diggi
Datum: 18.04.2018
Bereich: Interviews

Interview mit einem der Initiatoren eines außergewöhnlichen Albums....

Requiem

LUX SERPENT

Ingo Ross ist studierter Maler, war Dozent, seit 2012 hat Er aber der Liebe zur Musik nachgegeben und unterrichtet als Mutli Instrumentalist an einer Dortmunder Musikschule, nebenbei hat Er gemeinsam mit einem Freund auch ein Tonstudio etabliert. Heute wollen wir mit dem vielbeschäftigten Musiker über LUX SERPENT sprechen...

Wie entstanden LUX SERPENT?


Ingo: „Die Anfänge von „Lux Serpent“ reichen bis in das Jahr 2010 zurück. Der 
Gitarrist Michael Preisinger, der Tontechniker Martin Bondzio und ich waren 
gerade dabei ein Tonstudio in Dortmund, die „Anubis Klangwerkstatt“, 
aufzubauen. Plötzlich stand die Dortmunder Band „The Idiots“ vor der Tür, 
die gerne Probeaufnahmen für ihr neues Album „Amok“ machen wollten. Daraus 
ergab sich dann, dass „The Idiots“ in unserem Studio längere Zeit geprobt 
haben.
So lernten Michael und ich den damaligen „Idiots“ Drummer Dominik Sapia 
kennen. Obwohl wir drei aus musikalisch sehr verschiedenen Richtungen 
kommen, Michael aus der Münchner Heavy Metal Szene, Dominik als Drummer von 
„Eisheilig“ und ich mehr aus der Klassik, dem Jazz und der improvisierten 
Musik, waren wir irgendwie gleich auf derselben Wellenlänge und wollten 
unbedingt zusammen Musik machen. Stilistisch noch offen, haben wir dann zu 
dritt an einigen Songideen gearbeitet, aber die Besetzung war lange nicht 
perfekt. 2012 kam dann Christian Schnittker als Leadgitarrist dazu und kurz 
darauf auch Christoph Wassenberg als Sänger.“

Was habt ihr mit LUX SERPENT vor dem Konzept „Requiem“ gemacht?


Inog: „Zunächst haben wir uns mit den Ursprüngen des Heavy Metal beschäftigt, wobei 
schnell klar wurde, dass wir alle eher zum getragenen, doomigen neigen. In 
dieser Konstellation haben wir einige male Live gespielt und standen 
eigentlich kurz vor den Aufnahmen zu unserem ersten Album, als unser Sänger 
uns verlassen hat. Da Christoph, der ein wirklich guter Sänger ist, einen 
sehr prägenden Stil hatte, entstand natürlich erst mal ein großes Loch. Als 
ich dann vom Bass zum Gesang gewechselt habe, wurde schnell klar, dass damit 
auch eine musikalische Neuausrichtung einhergehen musste.“

Wie entstand „Requiem ?


Ingo: „Um mich auf meinen neuen Part als Sänger vorzubereiten, habe ich mich einige 
Zeit ins Studio zurückgezogen und Choräle aufgenommen. Ich wollte meine 
Stimme einfach besser kennen lernen und meine gesanglichen Möglichkeiten 
ausloten.
Dabei hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass meine Bandkollegen großen 
Gefallen an meinem Chorgesang, der ja eher klassisch orientiert war, finden 
würden. Es kam aber anders. Die Idee, ein Requiem zu machen, kam mir dann 
urplötzlich während ich im Zug nach München saß. Das Requiem hatte mich 
schon immer fasziniert und jetzt kam irgendwie alles zusammen. Noch im Zug 
habe ich dann erste Ideen zum Requiem bewegt und mit einigen Kompositionen 
begonnen.
Zurück aus München bin ich gleich ins Studio und habe die ersten Stücke 
aufgenommen, damit meine Kollegen einen Eindruck davon bekommen konnten, wie 
ich mir das so vorstellte.“

Wie habt ihr die festgelegten Dinge, wie z.B. Proprium und oder Ordinarium 
integriert?


Ingo: „Bei der Ausgestaltung des „Requiem“ haben wir uns in der Abfolge und auch 
beim Text weitgehend an die Fassung von Mozart gehalten.“

Wie habt ihr die Choräle arrangiert?


Ingo: „Die Choräle bilden die harmonische Basis für die Stücke des „Requiem“. 
Deshalb stand auch das Arrangement der Chöre immer am Anfang jeder 
Komposition.
Alle Chöre sind vierstimmig gesetzt, wobei aber immer nur ein Teil des 
Lateinischen Textes gesungen wird. Den vollständigen Text übernimmt dann die 
Leadstimme.“


Wann und wie werden LUX SERPENT das Album live präsentieren?


Ingo: „Wir arbeiten zur Zeit an der Umsetzung des „Requiem“ für Live Konzerte. 
Gerne würden wir dabei natürlich auch einen Chor einsetzen. Da ich ja auf 
der Aufnahme alle Chorstimmen selbst eingesungen habe, ist das natürlich 
sehr aufwendig und ein passender Chor muss erst gefunden werden. Zudem 
müsste die Location auch stimmen, damit dann alle, Band und Chor, auf die 
Bühne passen. Wann wir allerdings so weit sind, um das Album auch Live zu 
präsentieren, kann ich noch nicht sagen.“

Und zuletzt: Beschreibt bitte, was euch ganz persönlich besonders am Herzen 
liegt,wenn ihr über das Album sprecht!


Ingo: „Zunächst einmal möchten wir uns ganz herzlich bei Martin Bondzio bedanken, 
der mit seiner Erfahrung und seinem Können als Tontechniker die Stücke zum 
Klingen gebracht hat. Im Mix hatte er zum Teil mit über 140 Spuren zu tun, 
was ihm viel Geduld abverlangt hat. Mit Übersicht und einem guten Blick fürs 
Detail ist es ihm gelungen, einen druckvollen und dennoch transparenten 
Sound zu produzieren, bei dem jedes Instrument seinen Platz findet. Zudem 
hat Martin bei der Produktion auch den Bass eingespielt. Danke Martin!
Nach langem Suchen haben wir mit „Requiem“ jetzt eine Stilrichtung gefunden, 
die uns allen sehr am Herzen liegt und die wir weiterverfolgen werden. Mit 
Ludger Küpperkoch haben wir dann 2017 einen wirklich guten Bassisten 
gefunden, der sowohl musikalisch, als auch menschlich perfekt zu uns passt. 
Es ist fast, als wäre Ludger von Anfang an dabei gewesen.“
 



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