Section: Reviews 39864Autor: Diggi
Datum: 05.04.2018
Bereich: Reviews

Der Ruhrpott entlässt die neue Generation...

Schemen

CONVICTIVE

HORNELLA!

Das kultige STF Records Label scheint nach Determination mit CONVICTIVE den nächsten Volltreffer gelandet zu haben. Die jungen Musiker-innen aus Duisburg legen mit "Schemen" ein kantiges,modernes Black Metal vor, welches besonders vom Duktus der Band ausgehend, einer Strömung zuzordnen ist, die (vielleicht) aus der alternativen Szene stammt, oder stammte. Aber auch das sind Mutmaßungen und auch ich falle auf Stereotypen rein, denn ein Bandfoto einer zeitgenössischen, extremen Black Metal Band ohne dezentes Corpsepaint, ohne Staubsaugerbeutel über dem Kopf   und dann noch mit einer Sängerin die lächelt....Dann past es schon CONVICTIVE als "unorthodox" zu bezeichnen. Auf "Schemen"gibt es bis auf das meditaitve Interludium 'Pforte' und anderen kurzen Zwischenspielen jedenfalls wenig das die Band in Richtung der unzähligen Post-was weiß ich denn- ich will in die FAZ - Bands. Klar, hier und da öffnen CONVICTIVE ihre zum größten Teil elegischen, hypnotischen Rasereien auch mal mit zagahften Blues Momenten. Im Großen und Ganzen agiert die Band aber in einem klirrend-schroffen Black Metal Paddock.

Aus dem Rahmen fallen die sehr eindringlichen Texte von Sängerin Jalina, die mir ihrer exaltierten Stimme die Hölle zu frieren lässt. Sicherlich nicht von der Stange, aber in Verbindung mit der Güte der Musik lässt man sich irgendwann in mentale Täler fallen, hier entfaltet dann "Schemen" seine volle Wirkung und die ist sicherlich nicht zu unterschätzen, denn auch wenn CONVICTIVE einene eher zeitgenössichen Ansatz  wählen, das Album entwickelt eine unheimliche Wucht, pendelt zwischen erbarmungslos und empathisch und bietet mit 'Asche', 'Verfall', 'Seelenlos' oder 'Agonie' verdammt intensiven Stoff.

Die Band konnte zuletzt auf dem Forumstreffen des Deaf Forever überzeugen, sollte man sich Live unbedingt mal geben.

Sehr fordernde, aber auch perspektivische Scheibe. Wer sich eine weniger verspielte und kaum Post-rockigere Variante der leider aufgelösten Todtgelichter vorstellen kann, der muss hier zuschlagen.

8 Points. Erscheint am 06.04.2018 via STF Records.



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