Section: Festivals 39808Autor: Diggi
Datum: 31.03.2018
Bereich: Festivals






















Ein unglaublich intensiver Tag....

24.03.2018 Helvete Oberhausen

UNHOLY METAL MAYHEM 2018

HORNELLA!

Direkt zu Beginn muss ich ein dickes Dankeschön an die beiden Organisatoren und Vollblut Metaller Vasili und Jeremy loslassen. Was die beiden an diesem Abend an - für den Zuschauer - reibungslosen und unaufgeregten Ablauf geboten haben, was für ein hochklassiges und vom Ouvre her stimmiges Billing im Helvete auf der Bühne war.... Das war alles erstklassige Underground Atmosphäre.

Das Helvete war bereits im Vorfeld ausverkauft und pünktlich um 15.30 Uhr standen VOLCANIC inklusive stimmungsvollem Friedhofs Spalier auf der Bühne und bretterten eine unheimlich durchschlagskräftige Interpretation des Blackend Thrash raus. Rein visuell fühlte man sich ab und an an Celtic Frost erinnert, musikalisch wurden virtuos-juvenile schwarze Hymnen präsentiert. Es wird für die Memminger höchste Zeit nach der amtlichen "Black Flame" EP neues Material zu veröffentlichen. Die Anwesenden jedenfalls waren direkt zu Beginn des Festivals positiv überrascht, obgleich der Klasse, die da direkt der Opener verbreitete.

Überhaupt: Jede Band die an diesem Abend im Rampenlicht stand, hat gewaltig abgeliefert und sich wohl merklich von der tollen Atmosphäre zu Höchstleistungen anstecken lassen. Hier waren echte Maniacs im Publikum, keine Event Metaller, keine EMP Kunden.

WARLUST aus Thüringen zogen die Härteschraube merklich an und feuerten völlig humorlos ihre pechschwarzen Oden an die Nacht ab. Das Material von "Morbid Execution" wurde noch ruppiger dargeboten, als es auf LP schon ist. Respekt für diese rohe, ungekünzelte Performance einer jungen Band!

Die Sachsen ABYSSOUS haben zwar seit 2013 nichts mehr veröffentlicht, sind aber Live zur Zeit sehr aktiv und verwandeln den Keller des Helvete in einen fiebrigen Vorhof zur Hölle. Der Basslastige, eruptive Death Metal hinterlies auf die ersten Zuschauer, die bereits das vierte oder fünfte Kaltgetränk genossen haben, einen fast unheimlichen EIndruck. ABYSSOUS waren mit ihrem wabernden, unbehauenem Metal Of Death ein gerne genommener Farbtupfer in diesem pechschwarzen Billing. Verdammt intensive Nummer, der Auftritt.

Es sollte noch besser werden, denn die Szene Durchstarter THE SPIRIT lockten immer mehr Leute in den mit Nebelschwaden verhangenen Keller und zelebrierten die hohe Schule des übermächtigen Dissection Erbes. Diese Band könnte in den nächsten Jahren ein ganz wichtiger Impulsgeber werden! Das Material von "Sounds From The Vortex" wirkt Live jedenfalls noch prachtvoller als auf Tonkonserve. Da Tribulation sich mittlerweile selbst ad Akta gelegt haben, könnte diese junge Band für viele eine neue Hoffnung in Sachen dunkle Tonkünste mit Stil sein. Hut ab und Augen auf, was THE SPIRIT angeht, in der Kapelle steckt noch viel mehr!

Aus Belgien brach dann ein regelrechter Black-Speed Tornado auf die Menge los. Die Entertainerqualitäten dieser Band sind jedenfalls auch im Helvete der Dosenöffner, SLAUGHTER MESSIAH regeln zu jeder Sekunde und überzeugen mit absolut irrwitziger Performance und erstklassigen Bleigeschossen, immer an der Grenze zum Proto Black/Speed Metal. Herrlich! Hier reihte sich Hochlicht an Hochlicht, ein kohärentes Vergnügen! Da musste ein T Shirt her!

ERAZOR sind so etwas wie die Local Heroes und die Black-Thrasher tief vom Flöz 7 überzeugen mit einer enorm professionellen Performance und empfehlen sich mit dieser abgeklärten Leistung auch für die größeren Bühnen im Sektor (Hallo Rock Hard Festival! Einfach mal ein Jahr 3 Bands weniger buchen, die eh jedes Jahr den Verstärker bei Euch anknipsen! d.Verf.) ERAZOR verbinden Ruhrpott Charme mit filigranem Blackend Thrash, flirrende Melodien inklusive und mit einer 'Black Demon' Coverversion von Running Wild. Was kann man da noch verkehrt machen? Ich sage es Euch: Gar nichts!

Spätestens als die Lichter ausgehen und die mächtigen SULPHUR AEON die Bühne betreten ist das Helvete nicht mehr dasselbe. Es ist schwer zu beschreiben, welche Aura diese H.P. Lovecraft Jünger umgibt, wie manisch und doch in sich gekehrt diese erstklassigen Musiker ihre Songs präsentieren, eine unheimliche Wucht entwickeln und dabei den großen Alten ihre Ehrerbietung erweisen. Das war nicht von dieser Welt. SULPHUR AEON stehen für die Zukunft des Death Metal und spielen in dieser Verfassung verdammt viele Bands national wie international erbarmungslos an die Wand!

Das Helvete erlebt einen vielleicht perfekten Abend, der für euren Schreiberling leider zu früh endet, nächste Jahr aber sicherlich mit mehr Kaffee gestärkt bis zum Ende durchhalten wird! Wer weiß, vielleicht mit Night´s Blood, oder Drowend, oder Necros Christos? Man darf ja mal spinnen! Jedenfalls umwehte dies Veranstaltung die Aura des unverfälschten,echten Metal Spirit. Feierabend Wikinger und Dutt Träger mit Vollbart waren an diesem Abend woanders, Danke dafür.

 

 



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