Section: Interviews 38087Autor: Diggi
Datum: 14.11.2017
Bereich: Interviews

Tief hinab.....

Sounds From The Vortex

THE SPIRIT

1) Gratulation zu „Sounds From The Vortex“ das bei uns völlig zu Recht die Höchstpunktzahl bekomment hat. Nun ist THE SPIRIT – legt man die schnöden bekannten Gründungsdaten zugrunde – eine vedammt junge Band. Umso überwältigender ist das Endresultat. Also mal unter unter uns: Woher kommt Ihr als Musiker und wie lange habt ihr bereits vor THE SPIRIT musikalische Erfahrungen gesammelt?

MT: Wir wollten einfach keine Zeit mit dem Release von Demos, EPs oder Splits vergeuden. Das ist natürlich der übliche Weg um sich langsam einen Namen zu machen und evtl. die Aufmerksamkeit von Labels zu bekommen, aber das ist nicht unser Ding. Wir haben, als die Band in ihrer jetzigen Konstellation zusammengefunden hatte, recht schnell das Studio gebucht und das Album aufgenommen.  Von nix kommt nix, also nicht reden, sondern machen. Woher wir als Musiker kommen? Wenn du damit meinst ob wir davor in anderen Bands gespielt haben, natürlich haben alle Bandmitglieder schon in anderen Bands gespielt und dort Erfahrungen gemacht. Das gehört aber der Vergangenheit an und hat daher auch keine Bedeutung. Was uns interessiert ist das Jetzt und das ist The Spirit.

 2) Wenn man einige Titel auf dem Album, das Cover und nicht zuletzt den Bandnamen ein wenig frei subjektiv interpretiert, dann könnte man meinen das sich vieles bei Euch um Transzendenz, Zwischenweltliches und/oder   spirituelles – wohlgemerkt nicht im rituellen Mummenschanz Anzug! – dreht….. Wie seht ihr das?

MT: Ich verstehe was du meinst und kann dir in deiner Vermutung auch nicht wiedersprechen. Leider ist Spiritualität ein sehr modischer Begriff geworden, der mittlerweile für jeden Bullshit verwendet wird. In erster Linie geht es bei uns aber um die Musik. Lyrics und Artwork sind etwas, das die Musik von The Spirit bereichern, stehen aber nicht im Zentrum.

3) Bitte erläutert mal eure Motivation sich dem melodischen Black/Death Metal einer ganz bestimmten Epoche zu verschreiben und wie Ihr an eure Songs kompositorisch rangeht, sprich: Wie wird aus Inspiration und Talent ein THE SPIRIT Song?

MT: Es gibt bei uns nicht wirklich eine Motivation nach einem bestimmten Genre zu klingen. Der Metal, welchen wir spielen, ist für uns einfach die beste und natürlichste Art und Weise uns musikalisch auszudrücken. Und von Talent würde ich bei uns nicht sprechen. Eher von viel Disziplin beim Songwriting, keine schwachen Songs hervor zu bringen. Keine Riffs zu nehmen, welche nicht zu 100% das Feeling ausdrücken, welches ein Song und das gesamte Album haben muss. Emotionen, Disziplin und viel Feeling, das sind die Zutaten für einen The Spirit Song.

4) Die Metal Szene scheint seit knapp 10-15 Jahren zu prosperieren wie schon lange nicht mehr. Auch THE SPIRIT zählen zu einer neuen Generation von Musikern, die auf neuen Wegen wandeln, ganz andere Möglichkeiten haben als sie Bands in den 80er oder 90er Jahren zur Verfügung standen. Liegt es an der suboptimalen generellen Situation um uns herum, das es eine große neue Generation von Bands gibt, die sich eher mit den älteren Stilen des Heavy Metal beschäftigen? Oder gibt es dafür eurer Meinung andere Gründe?

MT: Metal als Musikgenre hat Grenzen. Irgendwann ist Schluss mit weiteren Subgenres, weil alles schon mal da war. Auch wenn du heute keine Pionierarbeit mehr leisten kannst und etwas komplett Neues, nie Dagewesenes zu schaffen, so gibt es noch viel gute Musik zu schreiben, auch in einem Subgenre das es seit über 30 Jahren gibt.

Der große Unterschied zu den 80er /90er Jahren ist, dass wir heute das Internet haben. Fluch und Segen zugleich. Bands sind nicht mehr auf Labels angewiesen, um ihre Musik zu verbreiten. Auf der anderen Seite gibt es heute aber auch ein Vielfaches an Bands, die Aufgrund der hohen Menge den Markt komplett überfluten. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist sehr schwer geworden. Und obwohl professionelle Studios heute recht erschwinglich sind, nimmt eine Vielzahl von Bands heutzutage via Homerecording auf, speziell im Extrem-Metal. Es fehlt aber meist an den Kenntnissen und dem richtigen Equipment. Dadurch lässt die Soundqualität bei vielen Bands sehr zu wünschen übrig. Aber immer schön alles unter dem Deckmantel der Trveness und dass es ja so klingen muss.

5) Kopfspiel: Tribulation starteten als sehr archaische angeschwärzte Death/Thrash Metal Band und haben sich mittlerweile gewaltig gewandelt. Seid Ihr ähnlich stilistisch offen für die Zukunft? Wohin könnte es die Band musikalisch demnach noch führen, nicht im Sinne einer strengen Kategorisierung,  sondern was Ihr in zukünftige Stücke mit verarbeiten wollt!? Die Möglichkeiten sind da ja spätestens seit den letzten Alben von Chapel Of Disease und Vorum  neuen Standards unterworfen worden..

MT: Ob es eine Band mit stilistischen Änderungen wie Tribulation oder eher wie Bolth Trower handhabt, ist mir persönlich egal. Wenn sich eine Band mit den Jahren vom Still her verändert oder neue Elemente hinzufügt, ist dies ein ganz natürlicher Prozess. Wenn jemandem die Neuausrichtung nicht gefällt, dann soll man es sich eben nicht anhören.

Wir stehen daher stilistischen Veränderungen eher offen gegenüber. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir aber natürlich noch nicht absehen, ob es bei zukünftiger Musik von uns Änderungen im Stil geben wird oder nicht. Die Zeit wird es zeigen. Was am Ende zählt ist, dass wir mit dem Ergebnis zufrieden sind und dahinterstehen.

6) Nennt Bitte die für Euch wichtigsten und prägendsten Alben aus dem Dissection, Unaninmated etc Kosmos..

MT: Ich will jetz nicht die großen Klassiker erwähnen, die sowieso jeder kennt. Daher nenne ich mal Mörk Gryning, "Tusen Ar Har Gatt". Die Scheibe hat Melodien für die Ewigkeit. "A Velvet Creation" von Eucharist hatte mich früher, trotz des sehr gewöhnungsbedürftigen Sounds sehr beeindruckt. Von unserem Bassisten weiß ich, das Er z.B. "Welcome My Last Chapter" von Vinterland sehr mag."



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de