Section: Interviews 37174Autor: Bolle75
Datum: 24.08.2017
Bereich: Interviews

Kurzer Schnack mit Sänger Pauly ....

From The Dead

STALLION

Bolle: Hey Paul, schön, dass Du Dir ein wenig Zeit für ein Interview nimmst. Bitte stelle Euch den Lesern von www.heavy-metal.de kurz vor. Wo kommt Ihr her, seit wann macht Ihr Musik und was macht Ihr, wenn Ihr keine Musik macht?

Paul: Hey Bolle, erstmal danke für das Interview und das damit verbundene Interesse, wir fühlen uns sehr geehrt! Wir kommen alle aus dem südlichsten Süden rund um die Stadt Ravensburg ganz in der Nähe des Bodensees. Mit Stallion sind wir jetzt seit etwas vier Jahren am Start, wobei wir natürlich alle vorher auch schon in anderen Bands gespielt haben, seit wir Teenies waren. Da war von Death Metal, Power Metal über Punk bis hin zu Metal Cover Mucke alles dabei, von daher sind wir auch von unseren Musikgeschmäckern recht breit aufgestellt, haha. Wenn wir nicht gerade mit Stallion unsere Millionen verdienen, schlagen wir uns als Informatiker, Schreiner und Sozialarbeiter durch, haha. 

B: Eure beiden vorherigen Veröffentlichungen „Mounting The World“ und „Rise And Ride“ haben die Latte für „From The Death“ recht hoch gelegt. Was war Euch beim Songwriting für die neue Scheibe wichtig? 

P: Ganz klar, dass wir uns entsprechend Zeit fürs Songwriting und auch für die Aufnahmen nehmen und das haben wir ja auch getan. Es sollte vorwiegend gemeinsam im Proberaum ausgearbeitetes Material zu hören geben und nicht daheim am Reisbrett im Kämmerchen entworfenes Zeugs. Wenn man Vollzeit berufstätig ist, kann das schonmal einige Zeit in Anspruch nehmen, wenn man an vielen Wochenenden mit der Band unterwegs ist usw. Außerdem ist uns auch die Vielseitigkeit im Songwriting immer wichtig, wobei das tatsächlich eine Sache ist, die sich bei uns sehr natürlich ergibt.

B: Bitte erzählt uns etwas mehr zum Entstehungsprozess von „From The Death“.

P: Meistens kommen unsere Gitarristen mit Riffs an, auf denen wir dann im Proberaum jammen, bis es in eine Richtung geht, die wir cool finden. Die Texte schreibe ich dann in der Regel dazu. Je nachdem ob es zuerst den Text oder die Musik gibt, arbeiten wir das dann gemeinsam aus. Die Aufnahmen haben wir diesmal komplett selbst gemacht, bzw. hat unser Gitarrist Äxxl da die Leitung übernommen. Das ist auch so ein Grund, warum wir diesmal etwas länger für die Scheibe gebraucht haben, weil er sich eben mit jedem einzeln für die Aufnahmen zusammengesetzt hat und das ist natürlich sehr aufwendig. Genauso hat Äxxl dann auch den kompletten Mix der Platte übernommen, was die Sache auf der einen Seite nochmal zeitintensiver gestaltet hat, uns aber auf der anderen Seite auch die Freiheit gegeben hat, dass die Platte einen eigenen Sound bekommt, was einfach bei vielen Produktionen nicht der Fall ist. Im Studio muss immer alles schnell gehen und für den Mix dreht der Produzent dann eben auch oft die selben Knöpfe, weil jede Minute Geld kostet und sich das bei einer zeitintensiven Produktion einfach keiner leisten kann. Darauf sind wir schon etwas stolz, diesen Luxus kann sich nicht jede Band gönnen. 

B: Euer neues Album hat zum Teil sehr gute Reviews (u. a. auch auf http://www.heavy-metal.de ) erhalten. Es wurde von einem deutschen Magazin aber auch, sagen wir mal, kontrovers diskutiert. Wie denkt Ihr über Reviews allgemein und schlechte im speziellen?

P: Naja, Reviews sind tatsächlich ein sehr zweischneidiges Schwert, obwohl wir mit der neuen Platte "From the Dead" tatsächlich fast nur gute Rückmeldungen bekommen haben, was fast schon gruselig ist (fetten Dank an der Stelle auch an euch!). Grundsätzlich weißt du einfach selten, wie sehr sich jemand mit deinem Sound und den Ideen dahinter beschäftigt hat und da kann es natürlich sehr unfair sein, wenn eine Platte dann einfach so mit einer schlechten Wertung abgestempelt wird, die sie gar nicht verdient hat, aber so ist leider manchmal das Leben. Wir sind, wie gesagt, überwiegend sehr zufrieden und gesegnet mit Menschen, die sich etwas Zeit für unsere Musik nehmen und auch entsprechend auf für uns wichtige Inhalte eingeht. Das von dir angesprochene Kontrovers-Review bestand tatsächlich aus zwei sehr gegensätzlichen Wertungen von zwei unterschiedlichen Redakteuren und das war für uns ehrlich gesagt so etwas wie ein Ritterschlag. Wir polarisieren tatsächlich sehr gerne und das wurde in diesem Zusammenhang richtig schön dargestellt. Der eine fand uns ehrlich, überzeugend und technisch versiert und der andere hat uns als unecht und innovationslos abgestempelt. Wir wollen und müssen nicht jedem gefallen, aber solange die Leute über einen sprechen ist das ja nicht das Schlechteste, haha. Wenn wir mit unserer Art und unseren Inhalten sogar die aussieben können, denen wir gar nicht gefallen wollen, dann ist das ja auch umso besser. Mir persönlich ist ein schlechtes Review mit einem ehrlichen Inhalt 1000 mal lieber als ein gutes Review mit hohlen Phrasen, solange ich rauslesen kann, dass man sich wirklich mit dem Album beschäftigt hat. Sowas kann ich dann ganz gut annehmen, aber wenn es nur heißt "peinliche Poserband, kack Album", ist das natürlich nicht besonders stichhaltig. 

B: Hey Paul, vielen Dank für die Zeit, die Du Dir genommen hast um unsere Fragen zu beantworten. Bis bald!

P: Vielen Dank nochmal für das Interview und den Support, hoffentlich bis bald mal!

 



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