Section: Interviews 36457Autor: Diggi
Datum: 06.06.2017
Bereich: Interviews

Jakob nahm sich unserer Fragen an!

Dressage

RUNNING DEATH

 Zunächst Gratulation zu diesem Hammer Album! Hand aufs Herz: Bin ich der erste der Euch in Verbindung mit eurem Artwork auf „Haging In The Balance“ von Metal Chruch anspricht? ;)

Vielen Dank für das Feedback und natürlich für das Interview!  Und ja, da bist du aber echt als erstes dran ;) Das hatte von uns selbst auch keiner auf dem Schirm ;)

Eine unkonventionelle Wahl, daher sehr cool! Erzählt bitte auch ein wenig etwas zu der Intention, die hinter dem Art Work steckt!

Freut mich, dass es dir gefällt! Ganz generell ist zur Intention erst einmal zu sagen, dass wir selber große Fans von starken Plattencovern (Iron Maiden, Mastodon, etc.) sind und uns das daher sehr wichtig ist.

Da die Gesamtthematik von „Dressage“ es auch hergegeben hat, konnten wir viele Inhalte von den einzelnen Songs in das Cover integrieren und Joel hat das in seinem wunderbaren Stil besser umgesetzt, wie wir uns das überhaupt vorstellen konnten.

 Ihr geht euren ganz eigenen Weg mit „Dressage“ weiter, dafür gebührt Euch Respekt, denn mit eurem Stil sitzt Ihr ein wenig zwischen den Stühlen und ich behaupte einfach mal das ist in diesen Zeiten mehr Segen als Fluch, denn so ist man weniger „vegleichbar“. Eure Einschätzung?

Naja, das ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar taugt vielen Leute so wie dir dieser Stil mit einer gewissen eigenen Note sehr und er findet demnach tollen Anklang.

Aber einige Leute kleben immer noch sehr auf den Klassikern aus der „Anfangszeit“ (inkl. Neuveröffentlichungen besagter Bands) fest und stecken dich daher trotzdem in eine Schublade. In unserem Fall ist das fast immer Megadeth, weil es eine der wenigen großen Bands ist, mit denen wir vom Songwriting und der musikalischen Umsetzung her vergleichbar sind. Natürlich ist der Einfluss trotz eigener Note nicht zu überhören ;) Das könnte man evtl. als kleinen Fluch bezeichnen.

Aber im Großen und Ganzen fahren wir mit unserer Spur natürlich super und sind vor allem selber höchst zufrieden!

 Bemühen wir mal die Standards: Welche Stile habt Ihr als Musiker vor RUNNING DEATH bereits „erforscht“, ehe Ihr nun im Hier und Jetzt angekommen seid?

Nachdem wir Running Death quasi seit 2004 betreiben, haben zumindest Simon und ich seit Beginn unserer „Musikerkarriere“ in dieser Band gespielt. Die musikalische und stilistische Entwicklung hat also im Rahmen von Running Death stattgefunden.

Angefangen haben wir wie so ziemlich jeder mit Covern (Metallica, Black Sabbath, …), wobei wir schon sehr schnell eigene Songs hatten. Oh Mann, ich sag dir, dass war vielleicht ein wildes Geknüppel a la „In the Sign of Evil“ von Sodom. Hauptsache schnell und hart, dafür aber nicht besonders gut oder präzise. Diese Phase kann man wohl als Vollgas – Thrash – Phase bezeichnen.

 

Ab 2009 haben wir dann angefangen, mehr orientiert eben an Bands wie Megadeth oder Annihilator, anspruchsvollere und in unseren Augen auch bessere Songs zu schreiben. Nach den beiden EPs und „Overdrive“ ist hierbei nun „Dressage“ der Stand der Dinge ;)

 ‚Anthem Of Madness‘ hat – so habe ich im Review  behauptet – eine Hard Rock Schlagseite. Würdet Ihr da zustimmen und ist es euch wichtig, dass ihr die Hörer auch mal an den eigenen musikalischen Wurzeln teilhaben lasst?

Gewissermaßen schon, nachdem wir in den Songs immer wieder mal für eine ordentliche Prise Rock'n'Roll zu haben sind ;) Aber das muss nicht zwangsläufig sein, es kommt wie es kommt.

 Ich habe kürzlich John Kevill von Warbringer befragt und habe ihn noch einmal auf seine Thesen aus einem Rock Hard Interview angesprochen, die Er mir gegenüber sogar noch bekräftigt hat: Viele Journalisten vergleichen Nachwuchs Thrash Bands immer nur mit Alben die z.T. 30 Jahre alt sind, das ist totaler Unsinn. Und: Die Bands die seit knapp 10 Jahren Thrash Alben veröffentlichen, müssen härter an ihrem Material arbeiten und bringen stärkere Alben raus als die Etablierten, die sich immer wieder wiederholen. Ich habe ihm da recht gegeben. Wie seht Ihr das,als Kollegen von John?

Da sind wir denk ich fast zu 100% dabei bei dieser These. Ich habe es ja vorhin schon erwähnt und wie gesagt: viele, und eben auch einige Journalisten, klammern sich immer noch an alte Meisterstücke und verschließen ihr Ohr zu weiten Teilen für Neues . Ob sie sich wohl damals auch über Journalisten aufgeregt haben oder jetzt noch über diverse Top 10 Rock Alben – Rankings aufregen, in denen der Horizont eigentlich in den 1970ern aufhört und somit auch ihre Heroes außer Acht lässt?

Allerdings denke ich, dass jeder Künstler, der es zu was bringen will oder gebracht hat, immer hart arbeiten muss/musste.

 Ihr legt sehr hohen Wert auf Musikalität im Wortsinn, das macht das Album auch so stark! Die Grenzen zu diversen Frickel Genre ( die natürlich auch geil sind!) sind da fließend. Wenn man RUNNING DEATH intensiv hört, dann merkt man allerdings, dass Ihr da vorher die Notbremse zieht. Ist meine Einschätzung korrekt? Und wie kommt dieser Mix  von Anspruchsvollen Parts und „Mosh“ Parts bei RUNNING DEATH zu Stande?

Das fasst es eigentlich sehr gut zusammen ;)

Wie so etwas zustande kommt, ist ein bisschen schwer zu erklären. Das Ziel nach einer ansprechenden Mischung ist wie du bereits erwähnt hast gegeben. Vieles hat sich wohl über die Jahre durch verschiedene Faktoren wie diverse Einflüsse oder Erfahrungen so  herauskristallisiert.

Aber generell gilt: wenn einer mit einer pfiffigen Idee ankommt, versuchen wir diese auf welche Art auch immer zu verarbeiten und das Ganze in eine für uns ansprechende Bahn zu lenken. Gerade bei diesem Album wurde z.B. als Grundziel das Schreiben von gut ins Ohr gehenden Refrains etwas in den Vordergrund gestellt.

VIELEN DANK FÜR DIE ZEIT! EIN MEGA ALBUM LEUTE!

Nochmals danke für das Interview und das tolle Feedback!

    



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