Section: Reviews 35646Autor: StevieT97
Datum: 21.03.2017
Bereich: Reviews

Es fällt Licht ins Dunkel...

The Circle

HERETOIR

Nach einem sphärischen Ambient-Intro eröffnen Heretoir das Album mit dem überraschend groovigen Stück "The White". Was sofort auffällt ist der kräftige Sound, der dem Gekratze des Vorgängerwerks haushoch überlegen ist. Das rhythmisch variablere Drumming ist neben dem vermehrten Einsatz von harmonischen Cleanvocals die größte Neuerung im Gesamtbild und die Kombination von beidem erinnert zeitweise etwas an die Schweden von Katatonia. Doch keine Angst, Heretoir sind weit davon entfernt komplett in Progressive Metal Gefilde abzudriften. Insgesamt produzieren die Augsburger immer noch den typischen Mix aus sphärischen Post-Rock und Metal Riffs, Black Metal Vibes und Shoegaze. Dabei sind die Black Metal-Elemente eher auf der zweiten Hälfte des Albums zu finden, während sich die erste Hälfte mehr dem Post Metal und Shoegaze verschreibt. Allerdings könnte der druckvolle Sound von dem ein oder anderen "Blackgaze"-Fan als poliert und unangemessen wahrgenommen werden. Das muss aber jeder selbst entscheiden. Ich persönlich freue mich, dass ich die Musik auch laut hören kann, ohne dass es mir in den Ohren klingelt. Für Szenenkenner wird vor allem der Gastauftritt von Neige (Alcest, Amesoeurs) interessant sein. THE CIRCLE ist ein gelungenes Album, das eine solide Gratwanderung zwischen Fortschritt und Altbewährtem darstellt. Zwar verliert man sich über die 50 Minuten Spielzeit gelegentlich etwas im Ambient-Sumpf, aber diese Trance-artige Stimmung ist naturlich fester Bestandteil des Szene-Sounds. Insgesamt ein bisschen weniger düster, wirkt das Album erfrischend und bringt Farbe in die Diskografie von Heretoir. Ob sich das negativ auf die Begeisterung der Fans auswirkt, werden wir sehen.

8/10

VÖ: 24.3.2017 via NORTHERN SILENCE PRODUCTIONS



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de