Section: Konzertberichte 31287Autor: Diggi
Datum: 01.02.2016
Bereich: Konzertberichte

Wow, lange nichts mehr passiert hier in unserer Live Rubrik....

THE WAILING DEAD TOUR 2016, 29.01.2016, Essen turock

TRIBULATION/GRAVE PLEASURES/VAMPIRE

VAMPIRE

Vampire eröffnen den Reigen an diesem Abend im gut gefüllten Turock. Sie haben ein riesiges Back-Drop hinter dem Schlagzeug aufgehängt, auf dem das Skelett des Debüts zu sehen ist. Hinter dessen Augen man einfach 2 Leuchtmittel gesetzt hat. Gespenstisch schaut der Schnitter auf die Menge mit den leuchtenden Augen. Als Intro dient ein Einspieler aus einem alten Horrorstreifen und dann geht es auch schon zur Sache. Man nimmt keine Gefangenen.

Die 5 Göteborger hinterlassen von Anfang an einen sympathischen Eindruck. Alle Bandmitglieder geben Vollgas und benehmen sich wie die Besessenen. Es wird gebangt, was die Köpfe hergeben. Das liegt natürlich auch an dem Black/Death-Thrash, den die Jungs zocken! Ziemlich am Anfang der Setlist wird dann auch schon der Kultsong “At midnight I´ll possess your corpse” gespielt. Allein dieses Highlight ist schon eine Zugabe, oder sollte zumindest am Ende des Sets stehen. Hauptaugenmerk wird auf das Debüt gelegt.Lediglich ein Song von der letzten Jahres veröffentlichen EP wird gespielt. Alles in Allem war das für einen Opener schon ein richtiges Pfund! Das hat Spaß gemacht! Metal gespielt von besessenen Metal-Fans. HAMMER!!! Lediglich die Fangemeinde war etwas lahm unterwegs und hätte den Laden in einen Hexenkessel verwandeln können. NEIN, MÜSSEN! Denn das hätten die 5 Schweden verdient.

SONGS: “Orexis, At midnight I´ll possess your corpse, Howl from the coffin, Ungodly warlock, Under the grudge, Jaws of the unknown, Night hunter, The fen”

GERSI

GRAVE PLEASURES


Kommen wir nun zum gefühlten Fremdkörper der Tour, obwohl das gemessen an dem Zuspruch vor der Bühne auch nicht so ganz zutreffend ist. Drummer Uno macht mit seinem Invidious Shirt sofort klar, das hier wieder einmal Brüder im Geiste am Werk sind. Der Ex – In Solitude Trommler steht wie soviele andere junge Musiker aus Skandinavien für eine Genre und Grenzen übergreifende Clique, egal ob es nun Black, Death oder…Ja was sind die Beastmilk Nachfolger eigentlich für eine Band? Sänger Mat bemüht zumindest Live ganz besonders die Theatralik und Intonationsschwere der großen Düster Rock und Avantgarde Vorbilder. Man mag sich einen unehelichen Sohn vorstellen, wo allerdings nicht klar ist ob Mike Patton oder Wayne Hussey der Erzeuger ist. Dazu kommt ein Doppelzentner  Joy Division und The Cure Weltschmerz. Er gibt den Goth/Wave Anchorman  und neue Songs wie „Futureshock“ oder „New Hip Moon“ können schon für mächtig Bewegung vor der Bühne sorgen. Das aber besonders die „Climax“ Songs „Death Reflects Us“ oder „Genocidal Crush“ für Stagediver und einen kurz aufflammenden Pit sorgen spricht für die Sogwirkung die von den Songs ausgeht und im turock nicht nur die schicken Hippster eskalieren lässt, sondern auch kapitale Kuttenträger. „You Are Now Under Our Control“ skandiert Mat als Ansage zum gleichnamigen Song, zumindest für die Dauer des Auftritts stimmt das, wo besonders die Schwedin Linnea an der Gitarre für mächtig beef auf der Bühne verantwortlich war.

DIGGI.

TRIBULATION

Was nun folgt sind 70 Minuten pechschwarzer Death Metal.
Schon das in Nebel und rotblaues Licht getauchte Nosferatu-Bühnenbildund das schaurige Intro lassen die Luft sofort knistern.
Mit einem absolut fetten Sound, der den neuen Songs live sogar noch besser zu Gesicht steht als auf Platte ziehen TRIBULATION mit „Melancholia“ alles mit, hinein in einen Sog aus absoluter Ekstase. Wahnsinn, wie geil die Vier aufeinander eingespielt sind.
Vor allem die beiden Gitarristen ziehen mit ihren Posen alle Blicke auf sich. Dabei wirkt das Ganze absolut nicht aufgesetzt.
Überhaupt fällt mir bei TRIBULATION nur eine Band ein, die bei ihren Gigs genauso eine Intensität und Authentizität ausstrahlt…WATAIN!
Egal, ob sie ihr sehr wuchtiges, altes Material oder neue Songs wie „In The Dreams ofthe Dead“  spielen, alles wirkt wie aus einem Guss. Aber der absolute Überhammer des Abends (und wahrscheinlich nicht nur heute) ist „Strange Gateways Beckon“.Das Turock brennt.
„Children of the night, how sweet music they make…”

NOIR

 

 



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