Section: Festivals 30508Autor: Amir
Datum: 14.06.2015
Bereich: Festivals


































































05.-07.06.2015 - FLUGPLATZ MENDIG - VULKANEIFEL

ROCK AM RING 2015

SLIPKNOT, FOO FIGHTERS, DIE TOTEN HOSEN und viele mehr...

Einerseits feierte das Kult-Event wirklich anno 2015 schon seinen 30 Geburtstag. Respekt! Andererseits musste - ausgerechnet zur Jubiläumsausgabe - ein neuer Standort gefunden werden (auf die Hintergründe wollen wir hier nicht zum wiederholten Male eingehen, das war ja ausreichend nachzulesen!).

Also erfolgte an einem sonnigen Freitag die Anreise in die Eifel, wo unweit der traditionellen Rennstrecke, die bislang das Event beheimatet hatte, auf einem "kleinen" Flugplatz der Schauplatz für ROCK AM RING 2015 (und wie wir im Verlauf erfuhren auch mindestens für 4 weitere Jahre) sein.

Dann also auf zu ROCK AM ROLLFELD...äh RING. Die Bühnen hatten der Umgebung (die Vulkaneifel eben) entsprechende Namen bekommen (dazu später mehr). Schon auf den letzten Kilometern den Hang hinunter ergab sich ein imposanter Anblick auf das Festivalgelände. Cool! Auf der VOLCANO-Stage (was der Hauptbühne entsprach) sollten erst einmal A DAY TO REMEMBER das Heft in die Hand nehmen (wegen der Anreise mit Orientierung im neuen Terrain verpassten wir leider die Herrschaften von BAD RELIGION). Schade.

Zur besten Kaffezeit machten nun also die Herren um Jeremy McKinnon richtig Alarm. Die Sonne knallte vom beinahe wolkenlosen Himmel und veranlasste manche weibliche Festivalbesucherin, sich oben ohne zu zeigen. So eine krasse Hitze von etwa 33 Grad hatte es bei ROCK AM RING lange nicht gegeben. Selbst der Wind half da nicht viel. Und so waren alle vorhandenen Schattenplätze komplett ausgebucht. Die reichlich tätowierten Musiker beackerten die Hauptbühne und spielten Songs wie "All I want" und "Right back at it again".

Nach einem Marsch über das Feld durch´s Publikum erreichte man das Alternatent, ein gewaltiges Zelt mit Platz für etwa 12.000 Zuschauer, welches in den 3 Tagen die verschiedensten Acts beherbergen sollte, vom unbekannte Newcomer bis hin zu so kultigen Combos wie BODY COUNT! Den ersten Eindruck machten wir uns bei SKINDRED und was soll ich euch sagen: die Stimmung kochte (und das lag sicher nicht nur an der Schwüle unter der Plane!). Frontmann Benji Webbe verschaffte der Formation, die sich absolut auf Stilmixe versteht eine charismatische Erscheinung. Der bunt gekleidete Sänger war gut mit dem Publikum im Kontakt.

Man ließ die Meute im Zelt springen und mehr. Immer wieder ging ein Jubel durch die Reihen. Die Band aus England hatte definitiv gepunktet mit ihrer Mischung aus harten Tönen und Elektro-Vibes.

Als nächstes im Zelt: TREMONTI. Der Gitarrist der Gruppe ALTER BRIDGE hat mit seinem Solo-Projekt nicht nur den Job als Gitarrist inne, sondern ist auch für die Lead-Vocals zuständig. Gespielt wurde unter anderem der erste je veröffentlichte Song "You waste your time" in einem 8 Tracks starken Set. Überraschenderweise war das Zelt nur etwa zu einem Drittel gefüllt und das bei einem doch recht namhaften Acts. Bewertung: unspektakuläre Alltagsmusik, engagiert vorgetragen. Ziemliches Manko war ein recht mieser Sound bei dem Auftritt.

Dann enterten ALL THAT REMAINS die Zeltbühne. Nachdem die Sonne nicht mehr so vom Himmel brannte, hatte sich auch die Luft im Zelt gebessert. Die Zuschauer bekamen hammerharte Musik mit voller Power serviert. Shouter Philip Labonte und seine Mitstreiter zeigten eindrucksvoll, dass das ursprünglich als Side-Project gedachte Zusammentreffen der Musiker mittlerweile zu einer festen Szenegröße herangewachsen ist. Das Zelt jedenfalls bebte.

Wenden wir uns dem Headliner der Hauptbühne an diesem Eröffnungstag zu DIE TOTEN HOSEN. Die weithin bekannte Düsseldorfer Formation wurde denn auch von Veranstalter Marek Lieberberg (mit Bier und Gitarre) persönlich auf Bühne gebeten und als "die Festival-Band" vorgestellt. Agil wie eh und je beackerte Campino mit breitem Grinsen die große Bühne. Er schien erfreut über die Fans und deren Begrüßung. Er meinte dazu, es sei egal, wo das Event stattfinde, Hauptsache es gebe solch eine Stimmung. DIE TOTEN HOSEN spielten ein 2-stündiges Set mit vielen Hits wie "Auswärtsspiel", "Bonnie & Clyde" und so kam man mit 2 Zugabenblöcken auf insgesamt 29 Songs. Das ist doch echter Einsatz!

Aber traditionell geht es ja bei ROCK AM RING nach dem Ende auf der Hauptbühne auf den anderen Bühnen weiter. So gab sich als nächstes Schock-Rocker MARILYN MANSON auf der sogenannten CRATER-Stage die Ehre und spielte eine etwa 80-minütige Performance vor einer an eine Kirche erinnernden Bühnendeko. Dabei wurde klassisch mit viel Nebel auf der Bühne gearbeitet und der Sänger mit der skurrilen Schminke im schwarzen Leder-Outfit bewegte sich zu seiner Musik. Man spielte 13 Songs, darunter die Cover "Sweet dreams (are made of this)" und "Personal jesus".

Und dann machte der Wettergott den Festivalbesuchern Stress. Erst war es recht angenehm durch die nachlassenden Temperaturen nach dem Sonnenuntergang. Als ich jedoch mitsamt der Kameraausrüstung unterwegs Richtung Alternatent war, fielen ganz plötzlich dicke Regentropfen vom Nachthimmel. Ehe man sich versah, war ein ordentliches Sommergewitter im Gange. Bis ich das rettende Zelt erreicht hatte, war ich (wie auch alle anderem im Freien anwesenden Personen) ziemlich nass und die Menschen strömten vom Festivalgelände Richtung Zelt bzw. Campingplatz. Im Verlauf der Nacht schlug dann noch auf dem Festivalgelände und auch auf dem Zeltplatz ein. Es wurden 33 Menschen verletzt, laut unseren Informationen konnten aber alle spätestens am Sonntag wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Was gab´s im Zelt!? BODY COUNT feat. ICE-T. Mensch, was ist diese Truppe vom Schicksal gebeutelt. Durch Todesfälle (u.a. durch Krankheit) hatte man in den vergangenen Jahren u.a. den Drummer ersetzen müssen und so ist neben dem prominenten Frontmann (der zwischenzeitlich ja auch im TV mit schauspielerischer Leistung einige Erfolge verzeichnen konnte) nur noch Gitarrist Ernie C. von früher dabei. Aber man lässt sich irgendwie nicht unterkriegen und so startete das Set wie gewohnt mit "Body Count´s in the house". Weitere Songs waren "KKK bitch" und der Titeltrack vom aktuellen Release "Manslaughter" bevor man die Fans nach dem finalen "Cop killer" in die Nacht entließ.

Der Samstagmorgen war dann erst einmal bedeckt, bei Temperaturen um 20 Grad. Laut der Wettervorhersage sollte es heute trocken bleiben...abwarten.

Auf der CRATER-Stage sollten heute Künstler mit interessanten Namen auftreten wie ZUGEZOGEN MASKULIN, BILDERBUCH und FEINE SAHNE FISCHFILET. Wir sind ja offen für Neues und so haben wir uns die letztgenannten mal zu Gemüte geführt. Diese spielten ihr Set bei angenehmem Wind bei Anfang 20 Grad am Samstagnachmittag.

Wir bekamen deutsche Texte und einen angenehmen Beat. Einen coolen Effekt machten die Bläser aus, die das Material durch ihren Einsatz aufpeppten. Negativ anzumerken: die ständig vorgetragenen politischen Statements des Frontmanns nervten dann auf die Dauer doch. Wenig später gab´s auf der Hauptbühne die Kooperation zweier Szenegrößen: Slash und Myles Kennedy. Der ehemalige GUNS ´N´ ROSES-Gitarrist, dessen Markenzeichen der schwarze Zylinder ist und der ALTER BRIDGE-Frontmann haben eine erfolgreiche Zusammenarbeit als erfahrene Musiker des Rock. Die Setlist bestand wohl - sehr zur Freude der Fans vor der Bühne - aus mehreren GUNS ´N`ROSES-Klassikern wie "Sweet child o´mine" und der Zugabe "Paradise city". Aber auch eigenes Material fand Platz in dem 70-Minuten-Auftritt.

Heute herrschte erträgliches, ja praktisch ideales Festivalwetter. Das lud zur Nutzung der zahlreichen auf dem Festival verteilten Attraktionen ein. Es gab eine Art Kirmes mit Riesenrad etc. und die Sponsoren des Events hatten auch entsprechende Zonen eingerichtet. Einen "Strand" mit Sand von BECK´S, eine Teststrecke von SEAT und der traditionelle JÄGERMEISTER-Gasthof, wo in den Pausen auch Bands auftraten. Daneben gab´s Bungee Jumping, eine Sauerstoff-Bar und unzählige Fressbuden im sogenannten Food Court. Dabei gab es - wir haben praktisch in den 3 Tagen Einiges getestet - große Qualitätsunterschiede, wobei oftmals die Portionen gemessen am Preis ziemlich klein waren...satt werden war da schwer z.B. bei einer Hand voll Nudeln für 7,-. Positiv fiel auf, es gab auch Veganes, da geht also ROCK AM RING mit der Zeit.

Und viele Bands kommen echt alle 2-3 Jahre wieder...das Festival scheint also auch auf die Musiker eine gewisse Faszination auszuüben. Der Blick auf die T-Shirts auf dem Gelände in Relation zu den aktuell verkauften machte dies deutlich.

Die professionelle Organisation, die zumindest europaweit ihresgleichen sucht, macht da viel aus. Sicherlich werden sich nach der Premiere am Flugplatz Mendig hier und da praktische Erkenntnisse ergeben, die zu Veränderungen und Verbesserungen aus der Erfahrung führen. Insgesamt - das kann man jetzt schon sagen, war es ein mehr als gelungenes "erstes Mal" zum 30. Geburtstag. Die Fan-Nähe des Veranstalters erkennt man an Fotos von Marek Lieberberg mit Fans auf dem Zeltplatz oder daran, dass wir dessen Sohn Andre (seit einigen Jahren ja auch sehr involviert in die aktive Gestaltung des Festivals) über das Festivalgelände haben laufen sehen, Eindrücke sammeln...in Kontakt sein.

Auf der Hauptbühne gab´s dann am Abend KRAFTKLUB. Vor einem leuchtenden "K" zelebrierte die vielleicht derzeit angesagteste Band mit deutschen Texten ihren Auftritt. Unter den 16 Stücken des Sets natürlich die Hits wie "Ich will nicht nach Berlin" und "Unsere Fans". Nach 5 Jahren kann man ja bei dem spielfreudigen Fünfer aus Ostdeutschland noch fast von einem Newcomer sprechen, aber man hatte die Fans vor der Bühne im Griff machte richtig Alarm. Mit eigener Begeisterung bei der Sache sprang der Funke auf die Crowd über und so herrschte gute Stimmung. Auf der zweiten Bühne spielte zur gleichen Zeit PRINZ PI und auch den haben wir für euch angecheckt. Prädikat dazu: austauschbar. Also keine besondere Eigenständigkeit und herausragende Bereicherung des Festivals. Aber es kann ja nicht nur Highlights geben und es ist ja zuletzt auch immer Geschmackssache.

Headliner des Samstags auf der VOLCANO-Stage waren mit einem Vierteljahrhundert Präsenz auf dem Buckel THE PRODIGY, die auch schon vorher bei dem Event am Ring vertreten gewesen waren. Die Combo um den optische herausstechenden Frontmann Keith Flint spielte ein anderthalbstündiges Set mit Songs wie "Wild frontier", "Run with the wolves" und zuletzt als Rausschmeißer "Take me to the hospital". Natürlich gab´s auch den Kracher "Smack my bitch up". Spezielle Musik, die aber unter gleißendem Stroboskop-Licht die Zuschauer zu begeistern wusste. Harte Beats und viel Elektro...

Natürlich können wir euch nur eine Auswahl von Bands näher präsentieren. Bei fast 30 Auftritten pro Festivaltag, haben wir ja gar nicht die Manpower um überall vor Ort zu sein. Zum anderen schauen wir natürlich auch auf den Stil und die Bedeutung für unsere Leser. So spielten einige sehr elektronisch dominierte Acts auf dem 3-Tages-Event, die sicherlich ihre Fans hatten, aber unsere Zielgruppe (um dieses böse Wort mal zu gebrauchen) könnte damit wohl wenig anfangen.

Bevor wir den zweiten Tag für euch beschließen, wollen wir noch auf den Auftritt einer kanadischen Band im Alternatent hinweisen. THREE DAYS GRACE (die bei ihrer Gründung noch GROUNDSWELL hießen und nach einer kurzen Existenz und Auflösung in anderer Besetzung jetzt wieder seit einigen Jahren aktiv sind) rockten ab etwa 23:00 Uhr das Zelt und sorgten für eine beeindruckende Resonanz beim Publikum. Die härteste "Boyband", die ich kenne, versammelte einige junge Mädels in den ersten Reihen, die begeister die Texte mitsangen, die die Herren um Frontmann Matt Walst in die Menge schleuderten. Die Hände in Richtung Zeltdecke gereckt und textsicher kann man von einer Top-Stimmung bei den Fans sprechen. Dieser Auftritt war definitiv eines der heutigen Highlights für mich. Mit Songs wie "I hate everything about you" und "Painkiller" performte der vor Energie strotzende Vierer ein ansprechendes Set. Kraftvoll mit einer ordentlichen Portion Melodie und doch genug Power, um den Zuhörer in den Bann zu ziehen.

Nachdem der zweite Tag ja vom Musikstil her ja wenig Tendenzen in Richtung Heavy bot, sollten die Metal-Fans am Abschlusstag wieder auf ihre Kosten kommen. So hatte der Veranstalter die CRATER-Stage (das ist die kleinere der Open Air-Bühnen) zum Schauplatz der Metal-Offensive ernannt, die ihr Finale mit dem Auftritt von SLIPKNOT erreichen sollte. Die vielköpfige US-Truppe hat ja bereits Erfahrung mit ROCK AM RING und hatte 2015 die Ehre das Event abzuschließen.

Aber vorher sollte so manche Band die Bühne betreten...aber lest selber. Zunächst einmal wieder zum Wetter. Das ließ sich gut an, um den dritten Tag der Premiere am Flugplatz Mendig noch einmal angenehm zu gestalten. Leichte Wolken, blauer Himmel und kaum ein Wind. Los ging´s etwa mit der Bostoner Truppe von GODSMACK. Wie die Zeit vergeht...auch diese Band hat schon satte 20 Jahre im Business hinter sich. Wow.

GODSMACK legten also los am hellen Nachmittag bei bestem Festivalwetter. Die Herrschaften um Sully Erna aus dem schönen ostamerikanischen Städtchen gingen gleich ordentlich zur Sache und rockten mit "What´s next", "Something different" und "I stand alone" ganz ordentlich die Bühne. Eine gute Einstimmung auf das, was da noch folgen sollte. Im Publikum sah man jedenfalls schon viele SLIPKNOT-Shirts. Weiter ging´s mit PAPA ROACH, einer Combo, die auch schon einige Gigs auf diesem Festival hinter sich hat. Und man scheint Freude daran zu haben. Die Band aus Kalifornien spielte ein 11 Tracks starkes Set, bei dem natürlich auch der Mitsing-Klassiker "Last resort" nicht fehlen durfte. Sänger "Coby Dick" war an diesem Wochenende für mich vielleicht der Frontmann, der am meisten Energie in seinen Auftritt legte. Auch suchte er den Kontakt zu den Fans, was natürlich bei Konzerten dieser Größenordnung immer für Stress bei der zuständigen Security sorgt.

Aber er war am Ende wieder heil auf der Bühne und konnte den Gig zu Ende bringen, wobei das Quartett gut abgefeiert wurde. Soweit zum Thema extreme Bewegungsfreude. Um 17:45 Uhr bereits die "Abrissbirne" zu bestellen, wo doch noch einige Bands spielen sollten...mutig.

LAMB OF GOD ließen es jedenfalls brachial krachen, als gäbe es kein Morgen. Die Fans, die textsicher wirkten, hatte man auf seiner Seite. 50 Minuten lang wurde Alles niedergemäht, was sich den Musikern aus der US-Stadt Richmond in den Weg stellte. Shouter Randy Blythe und seine Mannen nahmen definitiv keine Gefangenen.

Bevor es auf der CRATER-Stage "feurig" mit IN FLAMES weiter ging, erst einmal ein Schwenk zur großen Bühne wo für die BEATSTEAKS der Platz vor dem Headliner für die erfolgreiche deutsche Band reserviert war. Vielleicht täuschte der Eindruck, aber bei dieser Formation aus Berlin schien ich heute etwas die Spielfreude zu vermissen. Spielerisch also eine solide Leistung, mehr aber auch nicht, was die 5 Herren da ablieferten. Die Fans nahmen die Performance trotzdem dankbar an und sprangen zu Tausenden auf und ab. Mittendrin der "Steg" bis weit in die Menge hinein, der bereits für die FOO FIGHTERS zur Erweiterung der Bühne aufgebaut worden war.

Aber zurück zur zweiten Bühne. Dort war nun die schwedische Band IN FLAMES an der Reihe, den "Staffelstab" des Metal des heutigen Tages anzunehmen und ehrenvoll weiterzutragen.

Man eröffnete das Set mit "Only for the weak" und spielte dann für seine Anhänger noch ein Dutzend weitere Songs wie "Paralyzed" und "Deliver us". Frontmann Anders Fridén, der bereits seit 20 Jahren den Job am Mikro inne hat, war zwar arm bzgl. abwechslungsreichen Posen, stimmlich aber servierte er dem Publikum die Songs mit voller Breitseite und wurde musikalisch von seinen Bandmates unterstützt. So gab´s eine gute Stunde etwas auf die Ohren für die angereisten Fans, die das gerne annahmen. Seit Jahrzehnten ist er ein Teil der Szene und auch aus dem jährlichen Festival-Zirkus nicht mehr wegzudenken.

Die Rede ist von Bassist und Sänger "Lemmy" Kilmister, der an Heiligabend unfassbare 70 Jahre alt werden wird. Mit seiner Band MOTÖRHEAD war er auch für ROCK AM RING 2015 gebucht und so kann eigentlich jedes größere Event, das etwas auf sich hält, einen Auftritt dieser britischen Combo, die aktuell ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum zelebriert, in ihrer Chronik nachweisen. In diesem Jahr war man auf dem Slot vor dem maskierten Headliner gelandet. Routiniert und gewohnt unspektakulär performte man sein Set und wusste dennoch die Leute vor der CRATER-Stage zu erfreuen. Denn entweder man sieht Lemmy und Co. als Kult, den man immer wieder sehen möchte (ich persönlich habe längst aufgehört zu zählen...) oder man will einfach zumindest 1 Mal dabei gewesen sein.

Der Bandleader besticht durch einen eher bewegungsarmen Auftritt, wogegen Drummer Mikkey Dee an "Animal" von der Muppet Show erinnert. Der dritte im Bunde mit seiner Gitarre bewegt sich halt im nötigen Umfang und das ist ja auch völlig ok angesichts eines Alters kurz vor dem möglichen Renteneintritt.

Dann gab es sicherlich - zur gleichen Zeit auf der Hauptbühne - für viele Anwesende ein weiteres Highlight des Festivals: die FOO FIGHTERS. Vor dem riesigen leuchtenden "FF"-Symbol traten der ehemalige NIRVANA-Drummer Dave Grohl und seine Band an, ROCK AM RING für zweieinhalb Stunden zu begeistern. Als Headliner dieser Bühne und dem vielleicht größten Namen dieses Events spielte man u.a. die Songs, die einen damals bewogen hatten, Rockmusik zu machen (wie den Cover-Song "Under pressure" oder den AC/DC-Track "Let there be rock"). Daneben war natürlich in dem umfangreichen Set auf genug Platz für eigene Lieder wie etwa das großartige "Times like these" oder "All my life". Während des Auftritts merkte man an mehreren Stellen beim Jammen, was für großartige Musiker da am Start sind. Beispielhaft möchte ich nur Drummer Taylor Hawkins nennen, der wirklich Alles gab, wie man auch trotz der teils großen Entfernung zur Bühne gut auf den riesigen "Leinwänden" sehen konnte.

Eine coole Stelle war definitiv, als man für den befreundeten Gitarristen Dave Catching der Band EAGLES OF DEATH METAL, die am selben Nachmittag aufgetreten war, ein Ständchen zum heutigen Geburtstag darbot. Wenn man etwas Kritisches anmerken möchte, so ist es die Langatmigkeit, die man stellenweise an den Tag legte. Aber ansonsten...die Performance endete nach 20 Songs...das war an vielen Stellen echt große Klasse! Ein würdiger Headliner.

Auf der CRATER-Stage beendeten derweil im Anschluss an MOTÖRHEAD die Männer aus Iowa (USA) das 2015er ROCK AM RING-Event mit ihrem Auftritt. 90 Minuten lang stand man vielköpfig auf der Bühne und zockte für die zahlreichen Fans die vielen bekannten Stücke aus dem Backkatalog der Bandgeschichte. Dabei kamen die Zuschauer in den Genuss der speziellen Instrumente und der optisch immer wieder beeindruckenden Masken der Bandmitglieder.

Dank der Nähe zur Autobahn und dem Wegfallen der vielen Kilometer über einspurige Landstraßen und durch die Aufteilung des Verkehrs auf Sonntagnacht und den nachfolgenden Montag tagsüber erwartete man seitens des Veranstalters keine großen Probleme bei der Abreise...abwarten. Die Erfahrung von der Anreise war jedenfalls sehr positiv, wenn man das im Vergleich zu den Staus am Nürburgring der vergangenen Jahre sieht.

ROCK AM RING in Mendig 2016 kann also kommen. Die Feuertaufe zum 30. Geburtstag in der neuen Location ist absolut geglückt. Großes Kompliment an das Team des Veranstalters  und alle anderen, die am guten Gelingen des Wochenendes beteiligt waren...mal schauen, wie lange es dieses Mal dauert, bis es wieder heißt...A U S V E R K A U F T ! ! !

 

(Bericht von Amir Djawadi & Dr. No - Fotos von Amir Djawadi)



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