Section: Festivals 30476Autor: Diggi
Datum: 07.06.2015
Bereich: Festivals

ROCK HARD FESTIVAL 2015

Wieder einmal Sommer Sonne Kaktus im Amphitheater zu Gelsenkirchen

Tag 1 Freitag 22.05.2015

HORNELLA!

Jawohl, pünktlich zum RHF zeigte sich das Pfingstwochenende von seiner sonnigen Seite, zum Glück mit weniger Amazonas Klima wie es im letzten Jahr zu ertragen galt. Verdammt viel Glück hatten trotzdem alle Beteiligten, denn bis Donnerstag zeigte sich das Wetter von seiner schlimmsten, regnerischsten Art und Weise. Ansonsten verliefen die Vorbereitungen und Bandbestätigungen eher unaufgeregt, einen prominenten Ausfall wie letztes Jahr in Form von Megadave gab es nicht zu beklagen. Das RHF zeigte sich wieder einmal als breitaufgestellter Genre Dienstleister, mit erfreulich vielen Volltreffern. Einzig das Bandmerch am offiziellen RHF Stand ließ dieses Jahr stark zu wünschen übrig. Erfreulich: Vom Bauchgefühl waren dieses Jahr noch mehr Nachwuchs Metaller unterwegs. Auf gehts!

SPACE CHASER sind genau der richtige Opener und passen vom Duktus her ganz hervorragend in die Riege der bisherigen Thrasher, die das Festival eröffneten. Die Berliner haben einen kruden Mix aus amerikanischem Crossover Thrash gepaart mit schrulligem Underground Flair am Start und können vom Start weg begeistern. Mich erinnert der Sänger immer wieder an den einzigartigen Living Death Sänger, das mag wohl an dem hohen Zwischenscreaming liegen. SPACE CHASER machen ordentlich Alarm und nutzen für einen Opener recht gekonnt die wunderbaren Gegebenheiten im Amphitheater. Mit dem Cover "Caught In A Mosh" wird die Schlagzahl auf und vor der Bühne merklich erhöht. Haken dran, Danke SPACE CHASER!

Tja, was man dann erwarten sollte, wußte man nicht so wirklich. Muß man Paul Di`anno noch auf der Bühne haben? In welchem Zustand ist der Brite? Mit der Ansage wurde das direkt geklärt, Paul laboriert weiter an seiner Knieverletzung (Hey Herr Harris, welcher Zacken bricht Ihnen aus der Krone, mal ein paar Pfund für eine ordentliche OP springen zu lassen, ohne Paul hätten es Maiden in den Anfangen nicht so weit gebracht! d.Verf.) und muss im Rollstuhl den Gig bestreiten. Nun, das kann gut gehen, wie im Falle Psychotic Waltz. Bei Pauls neuer Band ARCHITECTS OF CHAOS wirkte das leider zu oft bemitleidenswert. Ganz schwierig sich hier ein Urteil zu erlauben. Musikalisch wurde 90er Jahre Power Metal geboten, zwar versiert, aber auch nicht in Gänze überzeugend. Ich sehe Paul immer noch am Zaun stehen, im Pleasure To Kill Shirt, zu Tränen gerührt von den Fans die Ihn vor Jahren nicht Backstage ziehen lassen wollten. Die Zeit ist eine Schlampe.

Einmal geschüttelt, oder ein frisches Bier geholt und ab nach Vorne um einer der unterbewertesten Thrash Bands ever die Ehre zu erweisen. FLOTSAM AND JETSAM, das sind "Dreams Of Death", "I Live You DIe" oder "Hammerhead". Genau das bekam das RHF geboten, aufreizend souverän, mit einem wunderbar fitten Sänger! Danke Eric! Die ersten Crowdsurfer und Diver bereicherten die vorderen Ränge und wer die Chuzpe hat seinen Set als Band mit Legendenstatus mit neueren Stücken zu beenden, der hat halt Eier.

Erstes Highlight des Tages, das nächste sollte folgen! GOD DETHRONED sind wieder da, ganz ehrlich, das Line Up um Henri Sattler, dem Serpent King ist völlig egal. Es reicht das was folgt: Bombensound, Spielfreude, technisches Können und: Atmosphäre! GOD DETHRONED ballern sich durch Ihre Diskographie als wären Sie nie weg gewesen. "Boiling Blood", "Villa Vampiria" oder das grandiose "Soul Capture 1562" .Ganz egal die Niederländer machen aus dem Stand allen Death Metal Maniacs klar, wie wichtig diese Band ist. Klar, "Corpulating Maria" oder "Paschendale" wären schön gewesen. Vielleicht bald in einem Club in der Nähe? Highlight des Tages Nummer 2!

Mit PENTAGRAM wurde es dann auch richtig voll und die Amis um das medizinische Wunder Bobby Liebling tun das was Sie in Perfektion beherrschen: Unprätentiösen, klassischen Doom Metal, der Patina und Geschichte mit jeder Note versprüht. Bobby singt gut, die Band groovt verdammt sicher, nur die Ansagen des kleinen Hippie, ich kann Sie schwer "dekodieren".... Dazu kommt das einmalige Stageacting des Zeremonienmeisters, eine Parallele zu Paul, auch Bobby hat sich das Leben selbst schwer gemacht, mit einer zu langen Drogenkarriere. Trotzdem: PENTAGRAM in dieser Form: Gerne wieder! Highlight des Tages Nummer 3!

VENOM gehören zu meiner persönlichen Metal Sozialisation, sogar das "Calm Before The Storm" Album fand ich noch gut. VENOM 2015 sind in erster Linie Cronos, der die Band erfolgreich wieder etabliert hat. Auch wenn die Alben mit dem nicht mehr ganz so neuen Line Up mich nicht überzeugen konnten. Die Band macht eigentlich alles richtig, mischt die monumentalen Klassiker mit neueren Songs wie "Antichrist", es gibt ein wenig Feuer und Mummenschanz, aber der Funke, die Begeisterung will nicht in Gänze überspringen. Trotzdem: "Seven Gates Of Hell" oder "Welcome To Hell", "Buried Alive" und "Black Metal" gehören zur Metal DNA wie das Iommi Riff und irgendwie war es ja doch schön, eine Heldenband der Jugend nach zig Jahren (zuletzt auf dem Dyanmo im klassischen Line Up, d.Verf.) wieder auf der Bühne zu sehen. Wichtige Erkenntnis: Conrad Lant kann immer noch bauchfrei tragen, ich nicht.

Tag 2 folgt bei uns sehr bald, bleibt dran!!!



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