Section: Konzertberichte 29632Autor: Amir
Datum: 21.03.2015
Bereich: Konzertberichte




































Kölner Club „Underground“ wird langsam zu klein für Symphonic Metaler von DELAIN

19.03.2015, Köln

DELAIN (Support: Serenity)

Park-Chaos in Köln-Ehrenfeld unter der Woche, lange Fan-Schlangen vor der Tür der natürlich restlos ausverkauften Veranstaltungshalle „Underground“ – all das deutete auf einen großen Abend hin.

Und so kam es auch.

Die sympathischen Niederländer von DELAIN machten zum ersten Mal in diesem Jahr als Headliner Station in „Duitsland“.

Mit im Gepäck: ihre aktuelle CD „The Human Conctradiction“ und mächtig viel Live-Show-Erfahrung durch die Dauer-Tourerei, zuletzt als Supportband von Sabbaton und Within Temptation.

Starten durften an diesem Donnerstag Abend relativ pünktlich um 20.00 Uhr zur Titelmelodie der amerikanischen TV-Serie „Game Of Thrones“ aber erst einmal 5 Männer und eine Frau aus Österreich: die Symphonic Metal-Band SERENITY.

Zur Schande des Autors hatte dieser von der Band um den ebenso charismatischen wie sympathischen Sänger Georg Neuhauser zuvor noch nie so richtig was gehört.

Dies änderte sich aber schlagartig in den nun folgenden 45 Minuten.

Mit eingängigen Texten, deren Refrains mal selbst beim ersten Anhören bereits teilweise mitsingen konnte, wunderbar melodischem Rock und einer während des gesamten Sets glasklaren Stimme des Sängers hauten SERENITY so richtig einen raus.

Da kam das begeisterungsfähige Publikum dem Wunsch der Band nach Anerkennung in Form von Schlachtrufen des Bandnamens gerne entgegen. Und so hallte ein immer lauter werdendes „Se-rennnnnn-iitttiiii“ durch das altehrwürdige Underground. Sehr zur Freude der Band übrigens.

SERENITY spielten in ihrem viel zu kurzen Set nicht nur Stücke ihrer aktuellen Scheibe „War of Ages“ (erschienen 2013 bei Napalm Records).

Neben Songs wie „Legacy Of Tudors“ oder „The Matricide“ kramten unsere österreichischen Nachbarn auch Lieder ihrer bisherigen Longplayer hervor.

 Ob das schöne „Reduced to Nothingness“ vom Album „Words Untold & Dreams Unlived“ aus dem Jahr 2007 oder die Songs „Coldness Kills“  sowie „Fairytales“ von der CD „Fallen Sanctuary“  aus dem Jahr 2008.

Angetrieben von Drummer Andi, Keyboarder Franz-Josef sowie dem italienisch stämmigen Bassisten Fabio wusste Gastsängerin Tasher nicht nur durch optische Reize sondern auch mit ihrer Stimme – zumindest in den Duetten mit Sänger Georg – sehr zu gefallen.

Auffällig gut kam Gitarrist Christian Hermsdörfer aus Bamberg (einer von zwei Nicht-Österreichern) rüber – denn er war (im Gegensatz zur heutigen Standardbesetzung) allein mit seinem Schlagwerk unterwegs und bediente somit sowohl den Rhythmus- als auch den Soloteil mit seiner E-Gitarre. Respekt!

Umrahmt von kurzweiligen Ansagen gingen die 45 Minuten verdammt schnell rüber. Und auch wenn sich Georg von SERENITY beim Publikum fast entschuldigte, wieder „zuviel gequatscht“ zu haben, so dass SERENITY nur 1 statt 2 Zugaben präsentieren konnten – das Gesamtpaket stimmte absolut.

Daher schnappten wir uns Sänger Georg auch spontan vom Merchandise Stand weg und führten ein kurzes aber äußerst interessantes Interview backstage (dies könnt ihr in Kürze im Bereich „Interviews“ auf www.heavy-metal.de nachlesen). Weitere Infos zur Band gibt´s auch im Netz unter serenity-band.com!

 

Die folgende Umbaupause nutzten die rd. 400 Zuhörerinnen und Zuhörer – im geschätzten Verhältnis von 1/3 zu 2/3 gesellten sich  an diesem Abend Weiblein und Männlein – zum Nachfüllen des Getränkehaushalts oder zum Rauchen im schönen Innenhof des „Underground“.

 

Um kurz nach 21h sollte sich der Abend dann noch einmal steigern, als Charlotte Wessels kurz nach ihren männlichen Bandkollegen die schmale Bühne dieses urigen Veranstaltungsorts betrat: DELAIN brannten ein echtes Feuerwerk des Symphonic Metal ab.

 

Auf die Ausstrahlung von Sängerin Charlotte muss man (n) hierbei gar nicht mehr groß eingehen: dass sie ein echter Hingucker ist, dürfte jeder Einäugige unter den Blinden sehen. Es wäre jedoch unfair der Band gegenüber, den immer größer werdenden Erfolg von DELAIN allein der Optik der Frontfrau zuzuschreiben.

Das Gesamtpaket stimmt einfach: DELAIN präsentieren Symphonic Metal derzeit in der optimalsten Zusammensetzung: einen astreinen, satten Sound, melodische Keys, treibende Beats, tolle Texte, eingängige Refrains – und eben dazu noch die glasklare aber stets kräftige Stimme von Charlotte Wessels sowie deren Power und Lebensfreude auf der Bühne vom ersten bis zum letzten Ton.

Wir von heavy-metal.de sehe derzeit DELAIN daher auch von allen Heavy-Kapellen mit weiblichem Gesang ganz klar an 1. Stelle.

Was aber – wie gesagt – aber auch viel mit den melodischen Arrangements von Keyboarder, Mastermind und Bandgründer Matrijn Westerholt, dem zum Glück wieder genesenen Bassisten und Grindcore-Background-Sänger Otto Schimmelpenninck (dazu mehr in Kürze im Bereich „Interviews“), dem Gitarristen Timo Somers und auch dem Neuzugang der Band, Drummer Ruben Israel, zusammen hängt.

Letzterer wurde übrigens jüngst von der niederländischen Prog-Rock-Band LESOIR abgeworben.

Aber zurück zum Gig von DELAIN.

Satte 17 Stücke spielten Charlotte und ihre Mannen an diesem Abend.

Aus unserer Sicht etwas zu früh wurde bereits als 2. Song des Abends mit „Get The Devil Out Of Me“ einer der stärksten Songs präsentiert.

Was den wie immer von Beginn an mitgehenden Fans allerdings nicht mißfiel. Ganz im Gegenteil. Erste „De-Lain“-Sprechchöre kamen auf und waren zum Ende des Sets fast zwischen jedem Lied zu hören. Man hatte fast das Gefühl, die Zuschauer feiern nicht nur DELAIN sondern auch sich selbst.

Entsprechend dem Voting der Fans auf der Facebook-Seite der Band wurden Wunschtitel gespielt, aber natürlich auch der Klassiker schlechthin mit „The Gathering“.

Der Sound war astrein, zwar etwas leiser als zuvor bei SERENITY, aber der Gesang war im gesamten Club bestens eingestellt und zu verstehen. So kamen auch stimmenbetonte Songs wie „Stardust“ vom aktuellen Longplayer „The Human Contradiction“ bestens beim begeisterten Publikum an.

3 Zugaben gab es oben drauf: „The Masquerade“, danach „Stay Forever“ und zuguter Letzt natürlich „We Are The Others“.

Ein perfektes Konzert für einen geringen Obolus: nur 20 Euro für drei Stunden beste Unterhaltung!

Nachdem wir von heavy-metal.de leider den Nachmittags-Termin für ein Interview mit Charlotte Wessels verpasst hatten, kam uns auch dieses Mal die absolute Freundlichkeit dieser niederländischen Band, ihres niederländischen Tourmanagers und auch der neuen österreichischen Plattenfirma entgegen: gleich nach Konzertende wurden wir in den Backstage-Bereich geschleust und führten ein witziges, interessantes und auch persönliches Gespräch mit Charlotte Wessels.

Checkt es in Kürze hier im Bereich „Interviews“ aus.

Wir freuen uns jetzt schon auf die kommenden Gigs von DELAIN und sind fest davon überzeugt, dass demnächst auch größere Hallen als das Kölner Unterground melden: DELAIN – GIG SOLD OUT !!!

 

You guys rock! Dank u wel and tot ziens!

 

(Text: Ralfi Ralf, Fotos: Uwe)

 

PS: Zu guter Letzt wie gewohnt die Setlist des Hauptacts DELAIN:   

  1. Mother Machine
  2. Get The Devil Out of Me
  3. Army of Dolls
  4. Stardust
  5. Electrictiy
  6. Milk and Honey
  7. Sleepwalkers Dream
  8. Pristine
  9. See Me in Shadow
  10. Here Come the Vultures
  11. The Tragedy of the Commons
  12. The Gathering
  13. April Rain
  14. Not Enough

Zugaben:

15. My Masquerade

16. Stay Forever

17. We Are The Others



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