Section: Konzertberichte 29142Autor: Amir
Datum: 27.01.2015
Bereich: Konzertberichte

Die etwas andere "Vorgruppe"...

MANOWAR

Wir hatten bereits vorab berichtet, dass sich die Mannen um Bandkopf Joey DeMaio mit dem Schulorchester des Goethe-Gymnasiums in Essen-Bredeney zusammen getan hatten. Hinter der Allianz aus Klassik und Metal stand die Absicht, bekannte Songs aus dem Repertoire der „Kings Of Metal“ auf ihre klassischen Wurzeln zurück zu führen und in dieser Form neu zu präsentieren.

Das Orchester unter der Leitung von Ex-LINGUA MORTIS-Mitglied Dr. Marcus Schönwitz  bringt es auf über 100 Schüler der Klassen 8 bis 12 und dementsprechend war der Anblick auch ohne MANOWARs üblichen Bühnenaufbau einem „Wall of Sound“ nicht unähnlich.

Eingerahmt von zwei klassischen Stücken aus dem jahrelangen Repertoire des Orchesters konnten die Fans als einmalige Aufführung drei MANOWAR-Songs (u.a. die nur im Titel sperrige „Overture to the Hymn of the Immortal Warrior“) abfeiern. Der Umstand, dass die Stücke instrumental und ohne Unterstützung durch die üblichen E-Gitarren bzw. –Bässe gespielt wurden, trug maßgeblich zur Begeisterung der etwa 5000 Fans in der Halle bei. Besonders den jungen Mann an der Triangel, der voll in seiner Aufgabe aufging, hatte die Kuttengemeinde schnell ins Herz geschlossen.

Was als Schmankerl geplant war, zündete erwartungsgemäß großartig und so waren die Zugaberufe ebenso nachvollziehbar wie leider auch zwecklos. In aller Windeseile wurde die Tribüne und die Bühnenerweiterung verräumt, um den Hausherren des Abends den Arbeitsplatz zu bieten.

MANOWAR hatten die jetzige Tour ganz in das Zeichen des 25jährigen Jubiläums ihres Opus Magnum „Kings Of Metal“ gestellt, welches 2014 bekanntlich neu eingespielt worden war. Ist die Band auch immer für Überraschungen gut – der Auftakt des Abends war dafür der beste Beweis -, so hatte man im MANOWAR-Camp frühzeitig durchsickern lassen, dass KoM erstmals komplett live präsentiert werden sollte. Zum Aufwärmen gab es jedoch – nächste Überraschung – den Standard-Rausschmeisser der meisten Touren, die Bandhymne „Manowar“ gefolgt von fünf weiteren Stücken aus nunmehr über 30 Jahren Bandgeschichte. Darunter mit „Kill With Power“ ein weiterer unbedingter Mitsing-Song aus der glorreichen Frühphase des Quartetts aus Upstate New York.

Nach dem „jüngeren“ Stück „Dawn Of Battle“ wurde es dann ernst: untermalt von den Bildern auf den Videoleinwänden forderte eine junge Stimme: „Grandfather – tell me a story!“ – der Auftakt zum Spoken Word-Highlight auf der KoM, dem „Warrior’s Prayer“, also dem inoffiziellen Vater Unser der truemetallischen Fangemeinde.

Es folgte, was sich die anwesenden Fans von dem Abend versprochen hatten. In teilweise neuen Arrangements ging es quer durch KoM. Das Album war anno 1988 der produktionstechnische Overkill des Metal-Universums. Entsprechend hatten MANOWAR natürlich den Anspruch, bei dieser Komplettpremiere alles, restlos alles!!!, zu geben. Ausgebremst wurden sie dabei leider von der Akustik in der Halle, die sich mit dem Mix nicht vertrug und zu gelegentlichen Übersteuerungen führte, was dann den Perfektionisten Joey DeMaio alles andere als glücklich dreinschauen ließ. Ebenso litt der Spannungsbogen besonders in diesem Teil des Konzerts an den Unterbrechungen durch die Videoeinspielungen sowie während als auch zwischen den Songs. Hier wäre im Nachhinein – trotz der interessanten Einblicke hinter die Kulissen der Metal-Maschine MANOWAR – etwas weniger sicher mehr gewesen. DeMaios Ansprache an die Fans als Statement zum Metal im Allgemeinen und der Gemeinschaft von Band und Fans im Besonderen beendete diese etwas andere „Metal Suite“ und zugleich den Hauptteil des Konzerts.

Nach „Warriors of the World“ setzte mit “Black Wind, Fire and Steel” ein eher kommerzieller 80er Jahre-Song des endgültigen Schlusspunkt auf der Bühne inklusive Instrumentenhuldigung. Mit „The Crown and the Ring“ vom Band blieben sich MANOWAR treu, was den Gruß für den Nachhauseweg angeht.

Die Setlist:

[Orchester]

Manowar

Call to Arms

Kill With Power

Sign of the Hammer

The Lord of Steel

The Dawn of Battle

A Warrior's Prayer MMXIV

(with video)

The Blood of the Kings MMXIV

Kingdom Come

Fallen Brothers - Karl's Solo

(with video)

Heart of Steel

Joey's Solo

Wheels of Fire

Hail and Kill

Kings of Metal

Joey's Ansprache

Encore:

Warriors of the World

Black Wind, Fire and Steel

The Crown And The Ring

 

(Bericht: Claudia Lewalter)



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de