Section: Festivals 27486Autor: Diggi
Datum: 21.06.2014
Bereich: Festivals

Der Sonntag mit allen Höhen und Tiefen!

Tag 3 Sonntag 08.06.2014

ROCK HARD FESTIVAL 2014

Hornella!

Zunächst begann der Sonntag mit einem mittelprächtigen Schauer und vielen dunklen Wolken,so das ich den Tagesopener, Iron Savior verpasste. Die erste Überraschung bot dann aber der Zuschauerandrang bei den teilweise gerade mal Volljähirgen Blues Pills um Ausnahmesängerin Elin Larsson. Selten konnte die zweite Bands des Tages ein so gut gefülltes Amphitheater für sich beanspruchen. Sie sind wohl die letzte wirklich gute Band, dieses zum Ende hin immer unerträglicher werdenden Classic/Retro Rock Booms.Das amerikanisch-schwedisch-französische Quartett mit Aushilfsdrummer fesselte mit beseeltem Blues Rock, hartem Beat und sehr authentischem "late 60ies" Flair. Nicht nur die Single "Devil Man" ließ das Amphi Rund erzittern, auch die düsteren Blues Rocker dazwischen waren richtig gut!

Die darauf folgenden Stratmann Faves Orphaned Land muss man mögen, ich kann mit der Truppe eher wenig anfangen und warte auf die Melo Deather Insomnium, die aber auch nur Ihre Die Hard Fans mobilisieren können. Schade, denn das Songmaterial ist fast durchgehend stark. Wahrscheinlich waren auch die mittlerweile sehr hohen Temperaturen in Kombination mit den Nachwehen des Regenschauers am Mittag (Amazonas ich komme! d.Verf.) kein geeignetes Ambiente für schwermütigen Todesschick.

Aber dann: Monster Magnet donnerten direkt zu Beginn "Super Judge" aus den Boxen, Dave war gut drauf, sollte aber die Gitarre Backstage lassen, denn spielen tut Er eh nicht mehr.... Dafür bediente Er seine Hall und Distortion Artillerie in Perfektion und leitete das RHF durch einen lupenreinen Best Of Set, Perlen von Spine Of God, Super Judge, Dopes To Infinity und natürlich die unvermeidliche LSD Pöbler Hymne "Spacelord" beherrschten einen spielerisch grandiosen Gig. Die nächste positive Überraschung, denn man hätte mit Diva Dave auch eine Bruchlandung hinlegen können!

Darauf folgte für die Mehrheit der Besucher die stärkste Band des Tages; Gitarrenhexer Jeff Waters scheint nicht zu altern und donnert mit "Set The World On Fire", "No Zone" und "Alison Hell" direkt zu Beginn höchste kanadische Thrash Metal Kunst in das weite Rund. Anfängliche Soundprobleme sind schnell gelöst und Annihilator walzen mit Ihrem perfekten Timing alles, wirklich alles an diesem Sonntag auf Türschlitzgröße. Phänomenal!  "Road To Ruin" oder "Braindance"; alles wird abgefeiert und gebührend im Mosh Pit begleitet. Nur die gelbe Sau fenstert weiter unerbittlich auf das RHF, ein Wunder das nicht minütlich ein RTW vorfahren muss und diverse Hitzeopfer verarzten muss.

Tesla fallen stilistisch zum thrashlastigen Ende des Festivals aus dem Rahmen, dürfen sich aber auch über ein volles Halbrund freuen und werden gefeiert - für eine astreine Performance! Dann kommen die in diversen Foren kritisch diskutierten Testament, mit beeidruckendem Bühnenbild und stilsicherer Light und Flammenshow.... aber..... Da stimmt was nicht, zumindest wenn man weiter unten stand, ärgerte man sich schnell über den undifferenzierten Sound und die nicht von starken Windböen stammenden Timingschwankungen. Wurden die Songs vom letzten Output "Dark Roots Of The Earth" noch einigermaßen in Normalform intoniert, war man später bei den Standards wie "DNR", "Practice What You Preach", "Over The Wall" oder dem negativen Höhepunkt der Show "Disciples Of The Watch" einfach nur stinksauer, aufgrund der exorbitant vielen Verspieler, dazu ein Chuck Billy der augenscheinlich total neben sich gestanden haben muss... Ganze Strophen ausließ, oder mehrere Einsätze völlig versemmelte. Ganz schwach, auch wenn Eric Peterson in einem späteren Interview einräumte, das die Band eher im Aufnahmemodus, denn im Livemodus war. Trotzdem: Auch wenn Gene Hoglan mit Dark Angel unterwegs ist, Testament 2 Monate nicht aufgetreten sind: Sie sind Profis, keine Nachwuchskapelle! Sie wurden als Headliner gebucht.....Final muss man konstatieren, das Testament in dieser Form kein würdiger Abschluss eines 3 Tagesfestivals waren!

Fazit: Das Grundrauschen um die Abgänge beim RH war auf dem Festival überhaupt kein Thema, keine Gruppenbildungen, keine Transparente a la "Team Götz" oder "Team Rensen", nichts. Das kann man als positiv oder negativ bewerten, je nach Gusto. Mit Annihilator, Monster Magnet, Midnight und Sacred Reich konnte man denkwürdigen Shows beiwohnen, leider boten alle 3 Tagesheadliner Gesprächsstoff, obgleich der Wertigkeit....

Auch nächstes Jahr wird das RHF wieder im Amphitheater in Gelsenkirchen Horst stattfinden. Das ist gut. Overkill kommen auch, das hat uns Herausgeber Holger Stratmann am Sonntag bereits versprochen. Hoffen wir auf eine bessere Getränkepreispolitik und für die Veranstalter ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Headliner!

Ich möchte an dieser Stelle auch der Mutter von Holger Stratmann, Gertrud Stratmann gedenken, die am 22.04.2014 verstarb.

Wir sehen uns - wie sagte es Götz als er das RH verlassen hat? - irgendwo vor der Bühne! So gebe ich die Hoffnung nicht auf, das sich irgendwann die ganze Truppe wieder zusammen rauft. Das Leben ist zu kostbar, als das man es mit Streit füllen sollte...Oder?

DIGGI.



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de