Section: Tattoos 2091Autor: Sista S.
Datum: 24.01.2003
Bereich: Tattoos



















Tattoo- und Musikspecial

Smoke Blow

Vorwort:
Der Wahnsinn hat einen neuen Namen┬ů

Smoke Blow hei├čt er. DIE Frage, die uns alle bis dato so fieberhaft besch├Ąftigte lautet:
„Warum hat es so lange gedauert, dass sich da mal endlich was bewegt?“

Die Antwort liegt auf der Hand... die Jungs aus dem ssssteifen Brisegebiet Kiel mussten erst das Label wechseln, damit der Hahn auch im S├╝den der Nation ┬äGerman Angst┬ô krakelt, denn wie des Hahnes Aufschrei hei├čt das neue Album der Kieler Punk┬┤n┬┤Roll Spezis.

Gl├╝cklicherweise schlie├čen sich Smoke Blow keinem Trend an, denn genau ist einer der Gr├╝nde, warum sie just in Berlin neu unterzeichnet haben ┬ľ die Herrschaften um die S├Ąnger Letten und MC Stra├čenk├Âter (mit b├╝rgerlichem Namen Norman) sind eben sehr ehrliche H├Ąute und machen seit Jahren das, was ihnen Spa├č macht ┬ľ sehr geniale Musik.

Apropos H├Ąute ┬ľ passend dazu geht┬┤s um Hautverzierungen in Form von Tattoos und zu diesem Thema ├Ąu├čerte sich Norman in einem sehr netten Interview via Telefon. Dazu aber sp├Ąter mehr.

Das aktuelle 12 Track Album geht in den Ohrenkanal so wie starker Grog die Kehle runter... es ist hei├č, tut aber gar nicht weh.

Die ├Ąlteren Platten gehen in etwa in die gleiche Richtung, mal etwas rockiger, mal punkiger. Diesmal sind sie wieder etwas mehr in die Punkroots zur├╝ck gegangen ┬ľ nein, nein, kein R├╝ckgang ins Neanderlalter ┬ľ lediglich wieder zu ihren nat├╝rlichen W├╝rzeln, dem Punk┬┤n┬┤Roll, denn das k├Ânnen sie am besten.

Wer Smoke Blow bereits live erlebt hat der wei├č, wovon die Tante hier spricht ┬ľ von purer schwei├čtreibenden Energie, von einer Wutwucht und zugleich humoristischen Darbietung. Die Bengels wissen, was die Frau Nachbarin will, und sie erwischen auch !!!DICH!!!

Mehr zur Platte zeiht Euch raus ┬ľ bei: www.noisolution.de und www.starkult.de
Bandeigene Website steht im Interview.


Das Interview:

Mein Interviewpartner war Norman, Co- bzw. ┬äMitmikrohineinschreier┬ô Norman (MC Stra├čenk├Âter). Er ist mit beinahe 29 das j├╝ngste Bandmitglied und auch als letzter dazu gesto├čen... aber lest selber.

S = Susanne, N = Norman
S: Norman, die Truppe besteht schon seit langem. Du kamst erst relativ sp├Ąt hinzu. Wann hat die Band dich gepackt?
N: Och, ich w├╝rde sagen vor etwas mehr als anderthalb Jahren - ab Anfang 2001 in etwa.

S: Wie kam es dazu? ┬ľich sah ihn durch┬┤s Telefon grinsen-
N: Ich kenne den Letten schon lange und habe mal w├Ąhrend der Tour das Merchandising f├╝r die Jungs ├╝bernommen. Nat├╝rlich haben wir hier und da viel geschnackt (und das alles im nordischen Slang, wie toll) einmal hatte Letten starke Stimmprobleme und ich bin dann quasi f├╝r ihn eingesprungen. Irgendwann standen dann zwei S├Ąnger auf der B├╝hne, el Letto und ich. Die Leute standen irgendwie darauf, und es macht ja auch richtig Spa├č.

S: Ihr habe ja recht ausgefallene Codenamen. Wie kommt ein Andreas auf J.R., wie kommt ein Norman an den Namen MC Stra├čenk├Âter?
N: So etwas entsteht im Proberaum... nat├╝rlich spontan... nat├╝rlich aus einer Laune heraus...

S: Nat├╝rlich habt ihr euch wie Guildo einmal sagte ganz doll lieb...
N: Nat├╝rlich...

S: Smoke Blow haben schon 4 Platten gemacht; f├╝r dich ist dies jetzt allerdings die erste. Wie war┬┤s?
N: ├äh, sch├Ân... aber mal im ernst. Es war eine sehr geile Erfahrung, denn es gab sehr viel Neues zu sehen. Es steckte aber sehr viel Arbeit und Liebe in unserer Platte ┬ľ alles in allem ein Proze├č ├╝ber ein ganzes Jahr, wenn man die Vorarbeiten mit einbezieht. Aber die Resonanzen bis jetzt sind unglaublich gut, und so kann es ruhig weiter gehen.

S: Das sei euch geg├Ânnt. Hattest du andere Erwartungen als das eingetroffene?
N: Eigentlich nicht. Es war gut so. Die Aufnahmen der Platte verliefen ganz normal. Man kennt die St├╝cke, wei├č was man zu tun hat, und wenn alles fl├╝ssig l├Ąuft, dann macht es auch Spa├č. Die Qualit├Ąt der Aufnahme ist jedenfalls um L├Ąngen besser als die Vorg├Ąngeralben, denn wir haben nicht mehr auf einem 8Spurger├Ąt aufgenommen, h├Âh├Âh├Â.

S: Was sagst du zum Musikbusiness ├╝berhaupt? Ist das nicht eine Welt f├╝r sich?
N: Oh das ist es mit Sicherheit, aber ich k├╝mmere mich nicht um diese Sachen ┬ľ das macht der Letten alles. Wir hatten aus den USA einen englischsprachigen Vertrag von ├╝ber 40 Seiten bekommen, das war suspekt und wir haben abgelehnt...

S: Das kann ich verstehen, nicht alles was aus den USA kommt ist gut, schon gar nicht seit Bush, aber das ist was anderes... Hattest du vorher schon mal irgendwo gesungen?
N: Nun, ja. Das ist aber schon arschlange her ┬ľ das war eine lokale Hardcore Kapelle.

S: Jetzt auf Nois-O-Lution / Indigo l├Ąuft┬┤s bestimmt gut f├╝r euch, denn die wissen, wie man Promotion f├╝r Bands macht.
N: Ja, ohne Promo geht nichts bei der Vielzahl an neuen Bands, die da so ausgestapft werden. Vorher waren Smoke Blow bei dem Label „Lautsprecher“ aus Hannover...

S: Dann kann┬┤s ja nun los gehen. Neue Scheibe, neues Label. Just Blow the Smoke in the wind, hahaha. Nun zu euren Werken, weg von der Musik, hin zum Hautschmuck ┬ľ euren T├Ątowierungen. Es ist un├╝bersehbar, dass ihr BUNT seid... Wie ging es bei euch damals los?
N: Huch, ist das schon lange her. Ich h├Ątte gern schon mit 14 angefangen, aber meine Mutter fand das gar nicht so witzig. Im Nachhinein ist das auch gut, denn in diesem fr├╝hen Alter l├Ąsst man sich eher un├╝berlegt Sachen stechen, und das sind dann die, die sp├Ąter bereut werden. Um auf deine Frage zur├╝ck zu kommen... ich w├╝rde sagen, es war ca. 1992 ┬ľ so mit 18 ┬ľ nach lang durchfeierten N├Ąchten... Wir sa├čen mit Letten in der K├╝che und er stach mir einen Drachen. Das sah sogar recht gut aus.

S: Vom Letten? M├Âchte er als Artist t├Ątig sein?
N: K├Ânnte er bestimmt gut, wenn er einen guten Lehrmeister h├Ątte. Zumindest zeichnet Letten sehr gut. Ich k├Ânnte es mir gut vorstellen.

S: Das war dann deine Tattoo - Entjungferung?!
N: K├Ânnte man glatt so stehen lassen. Lange vorher stand ich aber schon drauf. In unserer Siedlung wohnten Jungs mit vielen schrillen T├Ątowierungen, und darauf bin ich sehr abgefahren. Die hatten mehr die traditionellen Werke, was heute aber nichts ungew├Âhnliches mehr ist. Heutzutage hat fast jeder ein kleines Tattoo irgendwo.

S: Ach ja, die lieben Kleinen. So fing┬┤s bei mir an... jetzt sind┬┤s vier. Und bei Dir?
N: Auch vier. (Brother man...), beim Letten sind es weitaus mehr.

S: Eure Tats sind nun mal zu sehen; gibt es schon einmal klischeehaftes Verhalten deiner lieben Mitb├╝rger?
N: Hm, es gibt schon mal Blicke, manche fragen auch nach der Bedeutung, aber was soll ich darauf antworten? Es gibt keine tiefe seelische Analyse daf├╝r. Wenn mir etwas gef├Ąllt, ich die Farben mag, es zu mir passt und ich gerade ein paar Euro ├╝brig habe bin ich dabei. Ganz einfach. Manchmal scheint es den Leuten seltsam weil auch Letten sehr bunt ist ┬ľ und das als Kinderg├Ąrtner...

S: Es lebe der Skandal, hahaha. Gibt es in Kiel viele ┬äTattoowerkst├Ątten┬ô?
N: Nun, ich kenne dort das „Tattoo Point“ vom Namen her, war aber noch nie dort.

S: Habt Dank, dass ich Euch in Essen fotografieren durfte. Die Live- und Tattooshots sind ganz ansehnlich geworden, nicht wahr. Wir k├Ânnen davon ausgehen, dass ihr noch nicht fertig seid mit eurer Bodycolour?
N: Stimmt auf jeden Fall. Ideen f├╝r neue Flashes sind genug da, zumindest im groben. Ausgearbeitet wird alles noch bis ins Detail ┬ľ wenn┬┤s so weit ist. Ich bin ein Freund von intensiven und bunten Farben. Ich denke gerade ├╝ber einen Schmetterling nach, und einem eher traditionellen Anker. Zum Teil entwerfen wir die Sachen selber, da wir viele spontane Ideen haben. Das Bandlogo habe ich ├╝bernommen.

S: Wer sind denn eure T├Ątowierer?
N: Es gibt da eigentlich nur zwei,, und zwar den Bj├Ârn von der ┬äFreien Manufaktur II┬ô aus Hamburg. Der K├╝nstler ist aus Kiel, arbeitet aber dort. Wir h├Âren gerne etwas Punkrock zusammen und trinken schon mal ein Bierchen. Er ist sehr nett und hat ein geschicktes H├Ąndchen und wei├č obendrein, was wir m├Âgen. Und das ist wichtig. Traue deinem T├Ątowierer oder la├č es lieber. Der andere T├Ątowierer hei├čt Salvatore aus Hamburg von ┬ä├ältestes Studio Deutschland┬┤s┬ô, wo man auch oft den stadtbekannten Tattoo Theo sieht.

S: Wo du es gerade sagst ┬ľ kennst du Hinterhoft├Ątowierer, die schlechte Arbeiten liefern?
N: Es gibt bestimmt genug davon. Ich sach imm├Ą: Guck dir das Klo an, dann weissu bescheid Das ist so eine Faustregel, die ich mal aufgeschnappt habe.

S: Was geht dir beim Gedanken daran gerade durch den Kopf?
N: Pfui Deibel.

S: Stimmt. Wenn dich mal ein Tattoogreenhorn anspricht; was sachsu da?
N: Na hau roin... Du musst wissen was du m├Âchtest, aber la├č dir nicht irgendwas drauftapezieren, ├╝berleg vorher...

S: Der ist nicht nur stadtbekannt... Was f├╝r Motive sind denn eure letzte Errungenschaft?
N: Beim Letten ist es ein Kaninchen, welches aber noch weiter bearbeitet wird. Mein letztes ist eine Schwalbe.

S: Wenn alles noch mal auf die neu zuk├Ąme... w├╝rdest du es genauso machen wie bisher?
N: Ich h├Ątte gerne 4 Arme...

S: Das nenne ich Fortschritt ==;-) Gibt┬┤s ne Bandwebsite?
N: Logo. www.smokeblow.de

S: Vielen Dank f├╝r das nette Gespr├Ąch. Berlin und so lange. Nu bin ich pleite. Sonstwas?
N: “Keep on rocking in a free world”


Moin Reden, Alda. Na dann w├╝nsch ich den Jungs viele tolle Reviews, noch mehr tolle Konzerte mit noch viiiiiiiel mehr Zuschauern.

Bis neulich mal...

Eure Sista S.


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