Section: Festivals 19077Autor: Amir
Datum: 25.07.2011
Bereich: Festivals








































Zur├╝ck zum Alltagsgesch├Ąft...

N├ťRBURGRING - 03.-05.06.2011

ROCK AM RING 2011

Back to "normal". Wir schreiben das Jahr 2011. Das Jubil├Ąumsfestival liegt hinter uns und so geht es in diesem Sommer wieder mit dem "regul├Ąren" Business weiter. Das hei├čt 3 Tage volles Musikprogramm und auch beim Wetter eine ziemliche Bandbreite.

Los ging┬┤s am Freitag, dem ersten Festivaltag mit so "vielsagenden" Bands wie I AM JERRY oder PRETTY RECKLESS. Dann gab┬┤s aber auch erste gro├če Namen auf dem Billing. So gaben sich die SELIG, MANDO DIAO und die KINGS OF LEON die Ehre, bevor zum Ende noch der Klassiker DANZIG abr├Ąumte.

Am Samstag war es weniger "frisch" als am Vortag. Vielmehr k├╝ndigte dr├╝ckende Schw├╝le f├╝r den Abend W├Ąrmegewitter an. Als wir am heutigen Tag das Festivalgel├Ąnde enterten, spielten gerade ASH auf der Hauptb├╝hne. Man pr├Ąsentierte dem Publikum Songs wie "Girl from mars", "Arcadia" und "Return of the white rabbit". Die eher "seichtere" Stimmung hier fand auf der Alternastage (mittlerweile dank neuem Sponsor mit der Bezeichnung O2 versehen) f├╝r den heutigen Tag sein Pendant.

Hier gab┬┤s denn zum Beispiel SEVENDUST zu sehen. Mit einer optischen Erscheinung, die vor Tattoos nur so strotzte und einer guten Portion Power, enterte man die B├╝hne. Die Aktion eines Sponsors, die Fans mit aufblasbaren Wasserb├Ąllen zu versorgen war gar nicht im Sinne der Security, denn bald war der Graben so voll, dass man keinen Schritt mehr gehen konnte, was nat├╝rlich den n├Âtigen sicheren Stand verhinderte. So wurde mit dem Cuttermesser den B├Ąllen zu Leibe ger├╝ckt und pffffff.

B├Âse Blicke und harte Musik, das volle Programm halt. Klasse!! Im Anschluss daran zeigten HURTS, dass es nicht immer so hart zugehen muss, um bei einem solchen Festival Erfolg zu haben. Der Auftritt wurde von 2 jungen Damen begleitet, die erst in schwarz verh├╝llt und dann knapp und sexy bekleidet das B├╝hnenbild optisch belebten. Auf die Ohren gab┬┤s eher ruhigere T├Âne.
Setlist:
Intro
Silver Lining
Wonderful Life
Happiness
Blood, Tears & Gold
Evelyn
Sunday
Verona
Unspoken
Devotion
The Water
Confide in Me (Kylie Minogue cover)
Illuminated
Stay
Better Than Love

Mit Streichern und Piano bot man sein Set dar. Die Resonanz im Publikum war positiv.
Etwa 85000 Tickets f├╝r das vielleicht bedeutendste Festival in Deutschland waren verkauft worden und so zeigte sich Gastgeber Marek Lieberberg bei der traditionellen Pressekonferenz zufrieden und auch die Lage am Ring, was die Sicherheit und Gesundheit der Festivalbesucher angeht, wurde insgesamt - insbesondere gemessen an der Menschenmenge - als akzeptabel angesehen.

Auf der Alternastage gaben sich BRING ME THE HORIZON die Ehre. Der S├Ąnger agierte im Chicago Bulls Michael Jordan Muscleshirt und sprang gerne mit seinen ebenfalls reichlich t├Ąttowierten Mitstreitern auf der B├╝hne umher und feuerte eine vor Energie strotzende Performance in die Menge. IN FLAMES: Stichwort Massenbewegung! Das Publikum vor der Alternastage geriet heftig in Wallung und ein massives Aufgebot an Security (700 Security-Mitarbeiter sind bei diesem Event alleine auf dem Innengel├Ąnde eingesetzt!) und Sanit├Ątern wurde an den Start gebracht, um der Lage Herr zu werden. Power und Spielfreude zeichneten diese Band bei ihrem Set aus. Hatte es gegen 20 Uhr nur eine Handvoll Regentropfen gegeben, so regnete es jetzt st├Ąrker. Beim Song "Only for the weak" singt die Masse nach der Aufforderung mit - ein geiles Bild!!

Das habe beim Gig in der Heimatstadt G├Âtheborg auch gut geklappt, versuchte man die Fans anzuspornen. Das Set sorgt f├╝r gute Stimmung - IN FLAMES werden abgefeiert. Auf der Hauptb├╝hne kann man derweil eine der derzeit erfolgreichsten deutschen Bands sehen: DIE S├ľHNE MANNHEIMS. Dagegen geht┬┤s auf der Alternastage mit einer gewissen H├Ąrte weiter, w├Ąhrend in der letzten Stunde mit der zunehmenden Dunkelheit auch der Wind aufgefrischt hat. Aber es war immer noch mild genug zum Wohlf├╝hlen. Bis...ja bis sich die Himmelsschleusen ├Âffneten und es einen ordentlichen Guss gab. F├╝r manchen eine willkommene Erfrischung, aber eigentlich auf einem Open Air Festival verzichtbar. Und doch fast Standard bei ROCK AM RING...

DISTURBED spielten also bei Regen und ├╝berzeugten einmal mehr mit ihrer Mischung aus Melodie und H├Ąrte. Am B├╝hnenhintergrund wurden derweil auf einer Riesen"leinwand" u.a. lodernde Flammen eingespielt.

Mit leichter Versp├Ątung und bei Dauerregen gab┬┤s dann COLDPLAY. Auch wenn man grunds├Ątzlich dem Metal zugeneigt ist, so muss man doch diese Performance anerkennen. Vielleicht war das DAS Highlight ├╝berhaupt an diesem Festivalwochenende an der deutschen Rennstrecke. Man startete das Set mit einem Feuerwerk und schon beim ersten "Hit" fielen hunderte Papierschmetterlinge von oben herab auf die B├╝hne. S├Ąnger Chris Martin versuchte sich auf Deutsch f├╝r den Regen zu entschuldigen. Schlie├člich ging er dazu ├╝ber, sich ans Klavier zu setzen und "Singing in the rain" anzustimmen...coole Idee.

Man performte neue Songs und Klassiker. Jedenfalls gab┬┤s coole Laser- und Lichteffekte bei diesem Auftritt auf der Mainstage. So ein Mist. Statt nachzulassen, wurde der Regen immer heftiger. Das schien aber der Stimmung keinen Abbruch zu tun. Bei dem Ohrwurmtrack "Viva la vida" geriet das Publikum bis zum Horizont in Ekstase. Mittlerweile war es Mitternacht geworden...

W├Ąhrend "Clocks" zucken Blitze am Himmel. Sehr schade, aber ebenso wie RAMMSTEIN 2010 erlebten wir auch dieses Jahr beim Headliner sturzbachartigen Regen. Der heftige Niederschlag wollte das gesamte Set ├╝ber nicht aufh├Âren. Man hielt zwar tapfer vor der B├╝hne aus, aber nachdem die letzte Note gespielt war, leerte sich die Asphaltfl├Ąche vor der Centerstage im Rekordtempo.

Ein bisschen Regen kann ja ganz erfrischend sein, aber wenn nass bis auf die Unterhose und Zentimeter hoch Wasser im Schuh...da h├Ârt der Spa├č auf. Mal schauen, was der Sonntag bringt, der ja eigentlich die "Sonne" im Namen tr├Ągt, aber f├╝r den andererseits bei schw├╝lem Klima W├Ąrmegewitter vorhergesagt waren.

Sonntag - 14:30 Uhr ist allgemeiner Festivalbeginn bei Rock am Ring - zumindest auf den 3 B├╝hnen. Auch wenn viele angesichts des Vortages mit Spielzeiten bis 3 Uhr morgens sicherlich noch im Zelt d├Âsen oder sich langsam mit der K├Ârperpflege und dem "Fr├╝hst├╝ck" befassen, beginnt auf den B├╝hnen das Tagesgesch├Ąft. F├╝r den letzten Tag des 3-Tages-Events hatte sich - insbesondere auch f├╝r die Hauptb├╝hne - ein musikalisch h├Ąrteres Billing angek├╝ndigt.

Kontrastprogramm zum hitgetr├Ąnkten Mainstream auf der Centerstage am Vortag.

Auf der Alternastage gab┬┤s FUNERAL FOR A FRIEND. W├╝tende Tracks aus South Wales werden der noch ├╝berschaubare Menge vor der B├╝hne geschleudert. Spielfreude bei der Band und das Publikum reagiert und zettelt den angeforderten Circle Pit an. Es gibt reichlich F-Words und den Versuch, Ansagen auf Deutsch zu machen.

Direkt im Anschluss entert ein ehemaliges Mitglied von GUNS `N` ROSES mit seiner Band die B├╝hne. Nach den eher d├╝rftigen Versuchen die ehemalige Kultband fortzuf├╝hren, sind ja Slash und Co. in verschiedenen Konstellationen LIVE unterwegs. Heute also Duff McKagan┬┤s LOADED.

Die Sonne scheint warm vom Himmel, es geht eine Brise - so ist es echt O.K., dass der Frontmann eine Sonnenbrille tr├Ągt. W├╝rde er aber auch bei Nacht und Regen tun, oder!?
Amtliche Rockmusik einer mittlerweile etablierten Formation. Leider sehr wenig Leute vor der B├╝hne - zu fr├╝h am Tage!? Auf der Hauptb├╝hne machten derweil sie "alten Recken" von MILLENCOLIN ordentlich Alarm. Im Gegensatz zur Alternastage war der Platz schon ordentlich besetzt vor der gro├čen B├╝hne und man nutzte die Band gerne als Warm up f├╝r die Dinge, die da noch kommen sollten.

Die j├Ąhrliche Pressekonferenz des Veranstalters mit den Verantwortlichen f├╝r Sicherheit und Rettungsdienst etc. ergab auch anno 2011 ein insgesamt positives Resumee. Gemessen an der Menschenmenge und der beengten Verh├Ąltnisse wurde die Veranstaltung als sicher und friedlich eingestuft. Bedauerlicherweise war ein Todesopfer auf einer nahegelegenen Landstra├če im Rahmen eines Verkehrsunfalls zu beklagen...Tragik am Rande eines musikalischen Gro├čevents.

Ein positives Highlight war der ├╝berraschende und lockere Auftritt von Campino und Bandmitgliedern der TOTEN HOSEN. Die deutsche Kultformation feiert im kommenden Jahr das 30-j├Ąhrige Bandjubil├Ąum und hat sich daher vorab als erster Headliner f├╝r 2012 verpflichten lassen. Das geht ja gut los...

Am sp├Ąten Nachmittag war es dann Zeit f├╝r den Auftritt von AVENGED SEVENFOLD, der amerikanischen Band, in der Ex-DREAM THEATER-Drummer Mike Portnoy 2010 eine Weile "ausgeholfen" hat. Der Schlagzeughocker ist nunmehr von Arin Illejay ├╝bernommen worden, der seither diesen Job ausf├╝llt. Gemessen an dem mittlerweile gro├čen Bekanntheitsgrad der Band dank der radiotauglichen Songs war die Resonanz Heute eher d├╝rftig. Der Sound war arg basslastig als man Songs wie "Nightmare", "Welcome to the family" oder "God hates us" anstimmte. Die B├╝hnenkulisse glich der auf der Tour (Friedhofsz├Ąune mit Feuers├Ąulen zur gewissen Zeit im Set) mit dem gefl├╝gelten Totensch├Ądel auf dem Backdrop. Der Himmel war mittlerweilebedeckt und die Temperatur recht angenehm.

Auf der Alternastage gab┬┤s direkt im zeitlichen Anschluss ALTER BRIDGE zu sehen (und h├Âren). Der Gitarrist der Band bet├Ątigte sich als ordentlicher Poser, w├Ąhrend der S├Ąnger optisch gut aussieht und das vermutlich auch wei├č...

Feiner Alternative Rock aus den USA. Der in der Pressekonferenz angesprochene h├Âhere Frauenanteil auf dem diesj├Ąhrigen Festival war auf jeden Fall in der ersten Reihe vor der B├╝hne erkennbar. Nachfolgend gab┬┤s auf dieser B├╝hne SIMPLE PLAN, kaum hatten die Herren von ALTER BRIDGE das Feld ger├Ąumt. Nun pfiff ein scharfer Wind ├╝ber das Gel├Ąnde und der Himmel verdunkelte sich heftig. P├╝nktlich mit Beginn des Sets gab┬┤s auch bald dicke Tropfen von oben.
Auf der Hauptb├╝hne rockten ein st├╝ckweit parallel VOLBEAT. Die namhafte Band aus D├Ąnemark, die dank reichlich Airplay einen ansehnlichen Bekanntheitsgrad auch in Deutschland hat, hat anno 2011 den Sprung von der Nebenb├╝hne auf die Mainstage geschafft. Zum Gl├╝ck goss es nicht so heftig und andauernd wie am Vorabend, S├Ąnger Michael Poulsen sch├╝ttete sich aber eine Flasche Wasser ├╝ber den Kopf und meinte, "Wenn ihr nass werdet, kann ich auch ruhig nass werden". Sympathischer Gedanke. Passender Weise passierte dies beim Song "Fallen"...

Den Endspurt auf der Hauptb├╝hne l├Ąuteten dann die BEATSTEAKS gegen 20:30 Uhr ein. Vor einem riesigen roten "BS" mit wei├čem Rand im B├╝hnenhintergrund zeigen die Herrschaften von den BEATSTEAKS, welche Position sie als "lokale" Band hier in Deutschland haben. Ordentliche Leistung und zum Gl├╝ck blieb es trocken. Dann war es Zeit f├╝r den Headliner. Warum allerdings sollte es SYSTEM OF A DOWN besser gehen als am Vorabend COLDPLAY!? Und so ├Âffnete auch hier der Himmel ├╝ber dem N├╝rburgring seine Schleusen und hatte wenig Mitleid mit dem Festivalpublikum.

SYSTEM OF A DOWN - w├╝rde das funktionieren?! Das ist ja eine Band, die nicht wirklich Mainstream ist und doch eine wachsende Fangemeinde hat und sich immer mehr in den Fokus schiebt. Und das Publikum bei ROCK AM RING steht ja auch qualitative handgemachte Musik, die auch den K├Ârper in Wallung bringt. Genug Energie verspr├╝hen SOAD auf jeden Fall und man kann insgesamt sagen, sie hatten die Crowd im Griff. Das hartgesottene RAR-Publikum lie├č sich - ebenso wenig wie am Vorabend - vom Wetter aus dem Konzept bringen oder die Laune verderben.

Es ging gut zur Sache und das anderthalb Stunden w├Ąhrende Set der Formation um den mittlerweile auch mit Soloprojekten aktiven Frontmann Serj Tankian verspr├╝hte ordentlich Energie, die die durchn├Ąssten Fans in Stimmung hielt. Man spielte Songs von "Prison song" bis "Hypnotize" und von "Chop suey" (vielleicht einer der Songs, der am meisten zum heutigen Bekanntheitsgrad der Band beigetragen hat) bis "Toxicity".

Alles in allem war es einmal mehr auch im Jahr 2011 ein sehenswertes Programm mit abwechslungsreichem stilistischem Background und einer guten Mischung nationaler und internationaler K├╝nstler. Diesmal steht ja extrem fr├╝h die erste Band f├╝r┬┤s kommende Jahr fest, viele weitere werden folgen und auch das n├Ąchste Event, bei wahrscheinlich ├Ąhnlich durchwachsenem Wetter zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen...auch wir sind hoffentlich traditionell im n├Ąchsten Jahr dabei.

www.rock-am-ring.com

 

(Bericht von Dirk Limberg und Amir Djawadi Fotos von Amir Djawadi)



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