Section: Tattoos 1800Autor: Sista S.
Datum: 12.08.2002
Bereich: Tattoos


Bad Religion

Brett Gurewitz

Trotz gro├čer Action und immer viel Anspannung hat Bad Religion Mitglied und zugleich Epitaph Chefchen Brett etwas Zeit f├╝r mich ┬ľ f├╝r ein vertiefendes Gespr├Ąch, was die Tattooszene angeht. Brett war sehr h├Âflich ┬ľ hatte aber leider viel zu wenig Zeit. Vielen Dank an diese Stelle auch an die deutschen Promofritzen Starkult aus D├╝sseldorf.


S: Hi Brett, sieht aus als h├Ąttest du ne Menge Action.

B: Auf jeden Fall. Mit Band, Label und nat├╝rlich auch Familienangelegenheiten gibt es sehr viel zu tun. Wir haben ja vor einiger Zeit die neue Platte gemacht, wie du wei├čt. Ich habe nicht mal Zeit mit der Truppe zu touren.

S: Ist das Business f├╝r dich immer noch "strange", oder hast du dich dran gew├Âhnt?

B: Es ver├Ąndert sich im Laufe der Zeit nat├╝rlich. Es kommen neue Technologien dazu ┬ľ aber man arbeitet sich schnell hinein. Es ist immer noch ein Lernproze├č. Aber eigentlich blicke ich durch.

S: Es gibt sehr viele Leute die sowohl in der Musik- als auch in der Tatooszene sind. Warum ist das so in?

B: Gute Frage. Es liegt wohl daran, dass wir keinen richtigen Job haben (lacht). Wie du wei├čt, bin ich auch sehr stark t├Ątowiert. Ich denke es ist ein ┬äcomitment to the life style. You cannot change your skin┬ô. Au├čerdem haben viele Musiker ganz andere Lifestyles als
┬äNormalverbraucher┬ô ┬ľ und dr├╝cken selbstverst├Ąndlich damit auch ihre Gef├╝hle aus.

S: Ja. Es ist ja egal welcher Musikszene sie angehren ┬ľ ├╝berall sieht man Ink auf der Haut.

B: Auf jeden Fall. Wenn man es so will ist die Szene der Musik und Mode auch sehr miteinander verbunden. Kunst ist nicht definierbar ┬ľ ob nun musiktechnisch oder in Farben umgesetzt.

S: Wie bist du damals in die Tattooszene geraten ┬ľ als unschuldiger kleiner Junge?

B: -lacht meisterhaft- Nun, ich war 18 als ich mein erstes Tattoo bekommen haben. Dann kam der nat├╝rlich unaufhaltsam erweiternde Proze├č.

S: Ist es so, dass man sich in den USA erst ab 18 t├Ątowieren lassen darf? Man darf schlie├člich schon ab 16 Auto fahren.

B: Es war damals so, wie es jetzt ist wei├č ich ehrlich gesagt nicht.

S: Hast du dir schon mal Gedanken dar├╝ber gemacht selbst T├Ątoweierer zu werden?

B: Naaaaaaaaa. Ich liebe Kunst aller Art und male auch selber. Das ist zwar kreativ, aber dennoch anders als sich an die Haut anderer Leute zu machen. Jetzt habe ich ├╝brigens sehr viel weniger Zeit, war aber mal ziemlich gut mit den Stiften. Ich malte sehr abstrakt. I┬┤m a weired guy.

S: F├╝r T├Ątowierungen braucht man schon ne Menge Inspiration.

B: Auf jeden Fall ┬ľ wenn man selber welche haben will. In einer unserer Platten war eine Tattoovorlage drin ┬ľ sah ganz gut aus. Ich war also damals 18 als alles seinen Lauf nahm.

S: Wie viele Pieces hast du?

B: Ich denke 9. Es soll aber ein gesamtes Kunstwerk werden. Ich gehe aber nicht zu einem Artist und sage ihm, wie genau das Werk aussehen soll, sondern pflanze mich dort hin und lasse ihn arbeiten. Das finde ich sehr kreativ. Nat├╝rlich wei├č ich in etwa wie es nach Beendigung aussehen soll. Ich lasse mir etwas entwerfen, schaue es mir an, ├╝berlege ein paar Tage ob es so gut ist; und dann geht┬┤s halt an die Nadelarbeit. Ein Tattooartist ist ein K├╝nstler ┬ľ und ich kenne meinen sehr gut.

S: Hast du mehrere Artists oder einen festen?

B: Verschiedene. Eins habe ich von Hanky Panky, Bob Roberts ┬ľ und anderen. Mir ist wichtig, da├č der Artist wei├č was er da macht und da├č ich ihm vertraue. Er mu├č absch├Ątzen k├Ânnen, was zu mir pa├čt.

S: Wo genau hast du deine Werke platziert?

B: Nun, ich habe beide Arme t├Ątowiert, bis hoch zur Schulter ┬ľ but that┬┤s about it!!!

S: Hast du bereits andere Ideen f├╝r weitere St├╝cke?

B: Nein, keine ┬ľ das ist das Problem. Nun, Ideen gibt es nat├╝rlich viele ┬ľ aber keine konkreten. Manchmal gehe ich einfach in ein Studio um mir neue Flashes anzuschauen OHNE mich t├Ątowieren zu lassen.

S: Woher l├Ąsst du dich inspirieren? Durch Mags, das Internet, oder anderen Medien?

B: Well, ich bin schon so lange in der Szene ┬ľ das passiert von allein.

S: Wirst du schonmal wegen deinen bunten Armen von Fremden angesprochen?

B: Yeah ┬ľ manchmal. So entstehen dann manchmal tiefe, nette
„conversations“.

S: Gehst du denn zu conventions?

B: Never┬ů

S: Hast du eigentlich ein Bandtatoo? (Bad Religion)

B: No, not yet. Ich wei├č auch nicht, ob ich je eins bekommen werde.

S: Was bedeutet dir dein buntes Dasein?

B: I am a rebel. Ich bin gegen den Mainstream und, wie schon gesagt, auf meine eigene Weise ein Rebell. Ob andere das verstehen wei├č ich nicht ┬ľ ist aber eigentlich auch ziemlich egal. (Ich sp├╝rte hier ein tiefes Grinsen von der anderen Ozean - Seite)

S: Wei├čt du was ich toll finde?

B: Tell me┬ů

S: Ich sch├Ątze es sehr, dass sich Leute keinen Trends anpassen sondern ihr Ding durchziehen ┬ľ egal was kommt. Du z├Ąhlst dazu, gelle?

B: Auf jeden Fall. Das finde ich wichtig. Ich trage Verantwortung f├╝r meine Bands und f├╝r viele andere auf unserem Label, und da mu├č man wissen, ┬äwhere u stick to┬ô┬ů das gilt nicht nur f├╝r die Tattoo Szene┬ů

S: Sure, I know. Du hast Kinder. W├╝rdest du ihnen erlauben sich t├Ątowieren zu lassen, oder w├╝rdest du dort aktiv einschreiten?

B: Ich lebe ihnen ja etwas vor ┬ľ und das kann ich gar nicht unterbinden, oder? Wenn sie noch nicht vollj├Ąhrig sind h├Ątte ich etwas dagegen, sich ├╝ber den Hals hinaus t├Ątowieren zu lassen. Das k├Ânnen sie machen wenn sie wegziehen, ha ha ha. Ansonsten k├Ânnen sie tun was sie wollen.

S: Gibt es Vorurteile gegen dich ┬ľ wegen deinen Werken?

B: Keine Ahnung, was w├Ąre, wenn ich keine h├Ątte? W├╝rden die Leute dann anders mir gegen├╝ber sein? Ich glaube nicht wirklich. Hier in den USA ist es immer noch ┬äpretty rebel┬ô sich stechen zu lassen, auch wenn es in der Szene angesagt ist und viele Tattoos haben. In Japan ist das viel extremer. Da gilt die Meinung, da├č nur Kriminelle t├Ątowiert sind. Vielleicht ist das mittlerweile anders ┬ľ vor Jahren wurdest du automatisch mit Gangs und Gewalt in Verbindung gebracht.

S: Denkst du auch, da├č Leute wie wir ┬ľ knapp ├╝ber 30 ┬ľ eine andere Beziehung zur Szene haben als j├╝ngere Leute?

B: Auf jeden Fall. Heute sehe ich viele Kids die heute ein kleines Tattoo haben und einen Monat sp├Ąter ┬äsleeved┬ô sind. Ich arbeite an meinen Tattoos seit 15 Jahren. Ich bekomme eins und bin sehr stolz drauf ┬ľ das n├Ąchste kommt irgendwann mal dazu. Das ist Kultur. Wenn meine Arme dann voll sind bin ich stolz ┬ľ anders als wenn man alles auf einmal zu bekommt. Was bedeutet es schon, in ein oder 2 Monaten alles voll zu haben? Es ist doch ein Lebensgef├╝hl. Was machen die als n├Ąchstes?

S: Du bist aus dem wundersch├Ânen Kalifornien. Wie viel gute Tattoo Artists kennst du?

B: Gute Frage ┬ľ keine Ahnung. An manchen Stra├čen gibt es pro Meile ein Studio. Unglaublich viele ┬ľ vielleicht 200? Darauf habe ich keine Antwort ┬ľ leider. Es gibt bestimmt auch viele schwarze Schafe in der Szene ┬ľ so wie ├╝berall.

S: Hast du eine Internetadresse?

B: Ja, www.epitaph.com

S: Wie sieht┬┤s aus bei deiner Band? Du hast die Platte selbst produziert, oder?

B: Absolutely. I wrote it, I engeneered it, I produced it. Ich bin zwar mit auf der CD aber nicht mit auf Tour. Daf├╝r habe ich keine Zeit.

S: Wenn du noch mal neu anfangen m├╝sstest: w├╝rdest du etwas anders machen als heute?

B: Ich habe viel erlebt und bin gesegnet mit guten Freunden. Es ist zwar auch viel negatives passiert, aber f├╝r nichts auf der Welt sollte sich etwas ├Ąndern. Es war alles ein guter Lernproze├č.

S: Gibt es nochwas sehr wichtiges zu erw├Ąhnen?

B: Eigentlich viel ┬ľ dazu aber sp├Ąter mehr ==;-)

Thanx Brett ┬ľ talk to you next time, dude┬ů
Susanne


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